Kündigung des Lehrberufs · Lehrerbelastung · Leistungsdruck · Schulalltag · Schulsystem

Die „Kündigung“ als verbeamteter Lehrer – so war’s bei mir! Der Antrag auf Entlassung aus dem Dienst und seine Folgen

Kündigen LIKE A BOSS! In meiner Phantasie hatte ich mir das Gespräch X mit meiner Schulleitung so vorgestellt, wie im vorliegenden Video. Ich hatte mir auch schon überlegt, welche Kollegen den Background-Chor bilden würden 😀 Es war dann doch etwas weniger theatralisch – aber mindestens genau so Aufsehen erregend! 😉

In der langen Phase der Entscheidung, ob ich tatsächlich als verbeamteter Lehrer einen Schlussstrich ziehen soll, hätte ich mir ein wenig mehr Infos über das ganze Drum und Dran gewünscht. Man will ja schließlich harte Fakten, um abzuwägen, ob man diesen Schritt wirklich gehen soll. Und wenn man denn nun will, wie genau geht das eigentlich?

Aber was bietet einem das Netz zu dem Thema? Gähnende Leere! Das Thema ist quasi nicht vorhanden. Man könnte fast meinen, alle Lehrer seinen glücklich und trügen sich nie mit Ausstiegsgedanken, wenn man die Repräsentation von Lehrer-Kündigungen im Netz so sieht. Faktisch findet man nur in einigen Referendarsforen verwaiste Threads, in denen sich wenige Aussteiger zu Wort melden. Man muss sich also daraus was zusammenreimen und nährt damit weiter die eigene Unsicherheit und Handlungsunfähigkeit.

Auch das Arbeitsamt, an das ich zu erst gedacht hatte, ist im Fall „verbeamteter Lehrer möchte ein Beratungsgespräch bzgl. Alternativen“ alles andere als eine Hilfe. Tatsächlich erntet man dort ungläubige/missbilligende/mitleidige Blicke. Solche Leute sind da schlichtweg nicht vorgesehen. Bis ich da erst mal einen Termin hatte, fand eine Menge Fehlkommunikation seitens des Arbeitsamtes statt, die keine Buchungsmöglichkeit dafür im Computer haben, dass jemand sich dort trotz laufender Anstellung (ach, was sag ich, LEBENSZEITVERBEAMTUNG) beraten lässt…

Meine Beraterin war sehr abgeklärt und hat mich knallhart damit konfrontiert, dass einen Geisteswissenschaftler wie mich keiner auf dem Arbeitsmarkt brauche. Ich solle mal die Publikation vom Bonner Wissenschaftsladen lesen, da könne ich sehen, dass die Alternativen für mich mau sind. Fazit: Sie riet mir dazu, Lehrer zu bleiben und ne ruhige Kugel zu schieben.
Hervorragend! 😛


Hilft alles nix. Darum habe ich mich über alle meine Fragen im ausgiebigen Telefonat mit der Rechtsabteilung der Lehrergewerkschaft meines Vertrauens schlau gemacht. Nach 7 Jahren Beitragszahlungen ist die Mitgliedschaft also endlich mal für was gut, die ich mir als blauäugiger Referendar habe aufschwatzen lassen ^^ Außerdem wurde mir als Reaktion auf meinen schriftlichen „Antrag auf Entlassung aus dem Dienst“ (Kündigung gibt es ja bei Beamten nicht) ein doppelseitiger Bogen mit rechtlichen Aufklärungen zugeschickt, von denen man sich die meisten mit klarem Menschenverstand ohnehin schon denken konnte.

Hier nun also meine Fragen an die Rechtsabteilung plus die Notizen, die ich mir im Anschluss an das Telefonat gemacht habe. Angaben natürlich ohne Gewähr:

1) Vielleicht doch erst mal Beurlaubung statt kündigen? Unter welchen Umständen kann ich mich beurlauben lassen?

Voraussetzungslose Beurlaubung kann abgelehnt werden und wird sie in der Regel auch, wenn nicht triftige Gründe vorliegen. (Interessant wäre, was genau „triftig“ genug ist.) Alles über 6 Monate muss von höchster ministerialer Stelle bewilligt werden.

1.1) Wie lange ist eine Beurlaubung in Folge möglich?

Im Gegensatz zur voraussetzungslosen Beurlaubung sieht es bei familiären Gründen (Nachwuchs, familiärer Pflegefall) anders aus. Hier wird mehr bewilligt. Nach Elternzeit hat man Rechtsanspruch auf 3 Jahre Erziehungsurlaub. Dies kann auf Antrag nach §71 (Beurlaubung aus familiären Gründen) auf bis zu 12 Jahre insgesamt ausgeweitet werden. In der Regel wird dem stattgegeben. Muss nicht jährlich neu beantragt werden. Der Zeitraum kann schon gleich zu Anfang angegeben werden.

Für Lehrer, die ohnehin in der Kinderwunschphase sind, bietet sich also die dauerhafte Beurlaubung nach Elternzeit schon irgendwie an… Was ist allerdings, wenn man dann nach vielen Jahren wieder in den Beruf einsteigt und dann doch wieder nach 5 Jahren das Handtuch schmeißen will? Richtig, dann hat man einen riesigen Verlust in der Altersvorsorge – aber dazu später mehr.

1.2) In welchem Umfang darf ich bei Beurlaubung anderweitig arbeiten?

Arbeiten darf ich in dieser Zeit in einem Umfang, der „den Gründen meiner Beurlaubung nicht entgegen steht“. Eine volle Stelle bei Arbeitgeber XY im Erziehungsurlaub ist z.B. nicht im Sinne der Erziehung und des Dienstherren. Dies wird in der Regel nicht bewilligt. Der Umfang etwa einer halben Stelle (15 Wochenstunden) wird in der Regel bewilligt. Mehr aber auch nicht. Mit den bewilligten Stunden wird also restriktiv umgegangen.
Faktisch habe ich bei reduzierter Stelle zunächst im Jahr vor meinem Ausstieg einen Antrag auf eine Nebentätigkeit gestellt. Mir wurden 4 Wochenstunden bewilligt. Bei voller Stelle werden übrigens bis zu 8 Wochenstunden Nebentätigkeit bewilligt. Verkehrte Welt…!

Während der Beurlaubung hat man übrigens auch keinen Beihilfeanspruch mehr und zahlt daher die Krankenversicherung zu 100%.

Kleiner Exkurs: Thema Krankenversicherung (weil ich das so oft gefragt werde)

Wenn man aussteigt richtet sich die Versicherung danach, wie das Beschäftigungsverhältnis dann ist. Bei Anstellung muss man raus aus der Privaten und sich pflichtversichert (zusätzlich kann man dauerhaft eine kleine Rate für die Stilllegung des privaten Vertrages zahlen, damit man irgendwann wieder ohne Gesundheitsprüfung rein kann.) Macht man sich selbständig, so kann man sich entweder freiwillig gesetzlich versichern oder bleibt eben in seiner Privaten. Also man verhandelt neu mit den Kassen-Heinis und bleibt dann entweder im alten Tarif, den man jetzt zu 100% zahlt, oder lässt sich ein neues Angebot für nen anderen Tarif machen.

Vorsicht, ist man einmal 55 Jahre alt und privat versichert, dann steckt man darin bis zum jüngsten Tag fest und zahlt im alter horrende Beiträge. Vor 55 kann man noch in die gesetzliche wechseln.

Hybrid-Variante: sich gesetzlich versichern (Pflicht oder freiwillig, je nach Beschäftigung) und sich über die Private zusatzversichern lassen – Zähne, Krankenhaus, whatever. Bei den Zusatzversicherungen muss man dann auch keine neue Gesundheitsprüfung machen, da man die Private ja im Endeffekt jetzt weniger kostet.

2) Kündigung: Wann/wie möglich?

Jederzeit möglich. Es heißt bei Beamten aber nicht Kündigung, sondern „Beantragung der Entlassung aus dem Dienst.“ Dem wird immer stattgegeben. Man kann zu einem beliebigen Datum kündigen. 3 Monate Kündigungsfrist bestehen jedoch, damit der Dienstherr umdisponieren kann.
In der Praxis ist das alles Sache der Absprache mit der Schulleitung. Die können einen früher gehen lassen oder später, so wie sie einen eben ersetzen können. Sie dürfen es aber eigentlich nicht länger als 3 Monate herauszögern. Man kann nach Ausscheiden aus dem Dienst noch für Arbeiten herangezogen werden, die im Nachhinein anfallen. Ich frage mich, was das ist… Vielleicht Orga/Korrekturen/Nachprüfungen, die noch nach dem Ausstieg anfallen und einen unmittelbar betreffen?

3) Was passiert mit meinen Pensionsansprüchen?

Man wird vom LBV bei der Deutschen Rentenversicherung nachversichert (Beim LBV nachlesbar). Allerdings wird nur der Arbeitgeberanteil übertragen, dies bedeutet einen Verlust von etwa 50% der ursprünglichen aufgebauten Ansprüche. Ja, ihr lest leider richtig…

Die Nachversicherung kann bis zu 2 Jahren aufgeschoben werden. Dies ermöglicht, noch mal in ein Beamtenverhältnis einzusteigen und die bisher erworbenen Pensionsanspüche übertragen zu bekommen. Man bekommt bei Kündigung ein Formular zugeschickt, in dem man ein entsprechendes Kreuzchen setzen muss.

Als Bundesbeamter hat man es übrigens besser als als Landesbeamter. Die bekommen dank eines neuen Gesetzes von 2013, das die „Gerechtigkeitslücke schließen soll“, die volle Summe nachversichert. Uff! (Voraussetzung sind mindestens 7 Dienstjahre.) Dazu weiterlesen HIER. In manchen Bundesländern gibt es offenbar für Landesbeamte nach 7 Jahren Dienstzeit einen Anspruch auf Ruhegeld/Altersgeld (z.B. in Rheinland Pfalz), das sollte man abchecken und gleich bei der Kündigung mit erwähnen. In meinem Bundesland NRW ist aber bisher Fehlanzeige.

Fazit: So oder so ist die Rente Peanuts. Man muss sich darauf einstellen, ordentlich in private Altersvorsorge zu investieren. Je nachdem, wie alt man ist, ist das ja auch kein Beinbruch. Da hat man noch viele Jahre zum Aufholen. Ab einem gewissen Alter bedeutet der Ausstieg aber wirklich ein Altersvorsorge-Desaster. Da bleibt es dann abzuschätzen, ob man sich noch irgendwie bis zur Pension durchhangeln kann, man von Krankschreibung zu Krankschreibung lebt, oder noch ein anderweitiger Geldsegen unter der Matratze wartet und man deshalb weich fällt. Meine Devise: wenn die Entscheidung zum Ausstieg einmal steht, dann je früher je besser und die Entscheidung nicht noch Jahre verschleppen.

4) Kann ich neu / in einem anderen Berufszweig verbeamtet werden?

Ja!! Wenn ich die Ansprüche für die Verbeamtung weiterhin erfülle (Alter, Gesundheitsprüfung beim Amtsarzt, Polizeiliches Führungszeugnis). Der Mythos, dass der Staat bei freiwilligem Ausscheiden aus dem Beamtentum „nachtragend“ ist, und man nicht neu verbeamtet wird, hält sich zwar hartnäckig, ist aber Nonsens.

5) Kann ich beantragen, innerhalb meiner bestehenden Verbeamtung für andere Zwecke eingesetzt zu werden, z.B. in der Schulaufsicht? Oder läuft das nur unter Berufsunfähigkeit?

Absolut unwahrscheinlich, dass das bewilligt wird! Man hat ja schon Schwierigkeiten, die dauerhaft Erkrankten anderweitig einzusetzen weil in der Schulaufsicht so wenige Stellen sind.

6) Darf ich noch als Lehrer tätig sein?

Natürlich! Egal ob ich mich auf eine Vertragsstelle oder Beamtenstelle bewerbe, beides geht.


Und wie war es nun bei mir selbst mit der Kündigung? So vom Ablauf her?

Ich habe in den Weihnachtsferien den endgültigen Entschluss getroffen und nach ein paar Tagen schon eine Mail an die Schulleitung geschrieben, dass ich nach den Ferien meine Entlassung beantrage. Auch mein Wunsch-Ausstiegsdatum (Osterferien) gab ich bereits an.

Darauf folgte ein Personalgespräch am ersten Schultag, an dem ich meine Gründe darlegte. Wir einigten uns dann auf ein Ausstiegsdatum (das leider einen Monat hinter meinem Wunschdatum lag).

Ich schrieb daraufhin meinen formlosen Antrag auf Entlassung, der von der Schulleitung an die Bezirksregierung weitergeleitet wurde. (Als Adresse gab ich mal das Dezernat und die Person an, die sonst alle meine Belange geregelt hatte.)

Dann kam erst mal lange nichts. Ich hatte im Netz gelesen, dass man nach Absenden der Kündigung noch 2 Wochen Zeit hat, um wieder zurückzuziehen. Dazu weiter unten mehr. Auch hatte ich eine Kündigungsbestätigung in schriftlicher Form erwartet. Kam aber nichts.

Daraufhin telefonierte ich mit dem zuständigen Personalrat. Der versuchte erst mal eingehend, mich auf der Zielgerade noch zu bekehren, versprach aber dann, nachzuschauen, ob mein Schreiben eingegangen sei und mir entsprechend zu mailen. Eine offizielle schriftliche Bestätigung sei nämlich für so was nicht vorgesehen (!?!)

Eine Woche später erhielt ich ein Einschreiben der Bezirksregierung, in der ich eingehend darüber aufgeklärt wurde, dass meine Pensionsansprüche zum Teil flöten gehen (bzw. ich anteilig nachversichert werde) und dass ich KEIN BEAMTER mehr bin, wenn ich die Verbeamtung kündige… Oh la la! Ich hätte jetzt 14 Tage Bedenkzeit (aha, da sind sie, die zwei Wochen Zeit zum Rückzug), und wenn ich mich dann nicht gemeldet habe, sei meine Entlassung rechtskräftig. – Gesagt, getan, bzw. eben nicht getan 😉 –> nicht gemeldet. Da wird einem dann doch etwas mulmig…

Nach etwa 2-3 Wochen flatterte dann auch schon meine Entlassungsurkunde per Einschreiben in die Schule. Ich hatte mir das etwas glamouröser vorgestellt, aber das Schreiben ist ebenso schlicht (nichtssagend ?) wie die Verbeamtungsurkunde und wurde mir auch nicht von der Schulleitung ausgehändigt, sondern wortlos ins Fach gelegt. Ein Punkt mehr auf dem Charakterschwäche-Konto meiner Schulleitung… Ich musste den Erhalt quittieren und das beigelegte Formular zurücksenden.

Eine Woche vor den Osterferien habe ich es dann meinen Klassen persönlich mitgeteilt. Im Lehrerzimmer war das schon seit Wochen der Dauerbrenner… Das war eigentlich der Schritt, der mir am schwersten fiel, es den Schülern persönlich zu sagen. Es kullerten viele Tränen in den Stunden 😦 Den Eltern habe ich es per Rundmail geschrieben und daraufhin viele traurige aber durchweg sehr nette Antworten erhalten.

Aktuell habe ich noch 9 Schultage vor mir… Ob ich mich freue, fragen mich die Kollegen täglich, und ob ich danach ab und zu mal zu Besuch käme. Klar, beides! Ich freu mich schon drauf, das ganze als Außenstehender aus neutralerer Position besuchen zu können.

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119 Kommentare zu „Die „Kündigung“ als verbeamteter Lehrer – so war’s bei mir! Der Antrag auf Entlassung aus dem Dienst und seine Folgen

  1. Danke für die detaillierten Informationen. Es wundert mich nicht, dass dazu nicht viel im Web steht. Aber viele von uns, denke ich, spielen mit dem Gedanken, ich auf jeden Fall regelmäßig, wenn auch nie sehr ernsthaft. Aber irgendwie schön und befreiend wäre das schon.

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    1. Danke für den Kommentar, Herr Rau. Ja, jetzt wo ich es tatsächlich durchgezogen habe, wenden sich viele Kollegen an mich, die ähnlich denken bzw. teilweise auch Tief in der Sinnkrise stecken. Doch die Angst vor der Unsicherheit jenseits der Verbeamtung sitzt in unserem Berufsstand sehr tief und die Altersverluste sind ab einer bestimmten Zeit im Dienst einfach nicht mehr ausgleichbar.

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      1. Hallo und vielen Dank für diesen tollen Artikel.
        Ich habe mein Referendariat 2014 beendet und habe jetzt die Möglichkeit eine fest Verbeamtungsstelle zu erhalten (inklusive Probezeit bzw. Anrechnung der bisher als Vertretungskraft gearbeiteten Zeit) bzw. dann nach der Revision auf Lebenszeit verbeamtet zu werden.
        Nun sieht es aber so aus, dass ich gerne mit meinem Freund (er kommt aus Indien) für ein paar Jahre nach Indien, möglicherweise aber auch in ein anderes Land gehen möchte.
        Wenn ich Ihre Kommentare richtig verstanden habe, dann sollte ich diese Stelle zunächst nicht annehmen, da ich dann ja ggf das Beamtenverhältnis kündigen müsste um ins Ausland zu gehen.
        Ich gehe nicht davon aus, dass ich unbezahlten Urlaub in irgendeiner Form genehmigt bekommen würde?!
        Es scheint mir hier sinnvoll für einige Jahre ins Ausland zu gehen und mich ggf. in 2-3Jahren auf eine Verbeamtungsstelle zu bewerben. Sollte dies dann funktionieren gut…und möglicherweise klappt es dann aber auch nicht mehr, allerdings hätte ich dann auch nicht mehr verloren, als wenn ich noch 2Jahren das Beamtenverhältnis kündigen würde, oder?
        Vielen Dank schon einmal im Voraus…

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  2. Ach, wie schön, Ihren Bericht zu lesen…Ich bin ebenfalls an dem Punkt..bleiben oder gehen- ganz oder gar nicht…
    Vielen Dank für die Infos!
    Alles Gute!!!

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    1. Hi Tanja, halt die Ohren steif! Diese Schwebephase ist furchtbar nervenzehrend und kraftraubend. Ein privates Jobcoaching/Berufsberatung könnte Orientierung und Motivation schaffen. Ich habe das vor ca. 5 Jahren schon gemacht.
      Viele Grüße und alles Gute!

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  3. Vielen Dank für Ihren sehr aufschlussreichen Bericht. Hatten Sie einen Plan B, bevor Sie sich entschlossen haben, der Schule den Rücken zu kehren?
    Ich denke hin und wieder auch über einen Ausstieg nach, habe aber keine Idee, wie eine Sinn stiftende Alternative aussehen könnte.
    Alles Gute
    Jan

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    1. Hallo Jan,
      ja, der Plan B war schon seit langer Zeit im Aufbau, so dass ich einen nahtlosen Übergang hatte.
      Habe schon seit Jahren nach verschiedenen Möglichkeiten gesucht, mich parallel weiterzubilden und was aufzubauen. Letztendlich bin ich in die Firma meines Mannes eingestiegen und habe mir selbst noch eine freiberufliche Nebentätigkeit aufgebaut. War also quasi direkt einen Tag nach meinem Ausstieg offiziell selbständig. Vorher hatte ich die Nebentätigkeit schon von der Bezirksregierung bewilligen lassen und hatte schon ein paar Stunden die Woche damit verbracht.
      Sich berufsbegleitend etwas im geringen Umfang aufzubauen und schon mal die Fühler ausstrecken ist ein ganz guter Weg. Ggf. Lehrstelle reduzieren und nebenher kleine Tätigkeit. Da werden aber nur 4-5 Stunden bewilligt… Dauert aber auf jeden Fall eine Zeit, bis man sich ein Fundament erarbeitet hat, um den Schritt raus zu machen.
      Alles Gute und viele Grüße!

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  4. Herzlichen Dank, dass endlich die gähnende Leere im Netz ausgefüllt wurde! Kompliziert ist es doch etwas mit der privaten Krankenversicherung oder? Ich habe noch 3 Kinder mit mir versichert… Ab Erhalten der Urkunde, fällt ja die Beihilfe weg. Darf man sich dann „neu“ krankenversichern oder ist man erst mal „gefangen“ in der alten Privaten?

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    1. Hi Dani, die Krankenversicherung danach richtet sich danach, was du danach tust. Wenn du z.B. ein Beschäftigungsverhältnis eingehst, wirst du natürlich aus der Privaten entlassen und suchst dir eine Gesetzliche. Ich bin jetzt selbständig und hatte die Wahl, mich entweder freiwillig gesetzlich zu versichern, oder meine private auf 100% Leistung umzustellen. Da ich ganz gerne privat versichert bin, habe ich mich für Letzteres entschieden. Das heißt jetzt natürlich auch, dass ich quasi doppelt so viel Krankenkasse zahle wie vorher.
      Es hätte z.B. die Möglichkeit gegeben, dass ich meine Private „stillege“ während ich mich erst mal freiwillig gesetzlich versichere, und monatlich eine kleine Gebühr zahle, solange meine Mitgliedschaft ruht. Dann gibt es keine erneute Gesundheitsprüfung mit höherem Beitrag, wenn man 5 Jahre später wieder in die Private will. Freiwillig gesetzlich mit privaten Zusatzleitung wäre auch eine Option.
      Die Arztrechnungen bis zum Stichdatum des Ausstiegs werden selbstverständlich noch von der Beihilfe getragen.
      Viele Grüße!

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  5. Danke für den Bericht! Ja, wir sind immer mehr die sich mit dem Gedanken tragen. Ich auch. Da ist der Bericht echt hilfreich. Leider schaffen es meine Familie und ich (noch?) nicht es anders zu formulieren, da ich Alleinverdiener bin.
    Trotzdem danke! An dem Tag, an dem mein Mann was findet, wird es konkret 😉

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  6. Hey, ich habe eine Frage zu dem Thema und bis jetzt habe ich keine Antwort gefunden:
    Ich fange nun nach meinem Referendariat eine Stelle an. Bin also noch nicht auf Lebenszeit verbesmtet. Nun spiele ich aber auch mit dem Gedanken für ein paar Jahre in Australien zu leben. Wenn ich zum Beispiel jetzt nach zwei Jahren Berufserfahrung erstmal kündige um ins Ausland zu gehen, kann ich danach nie wieder verbesmtet werden?

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    1. Hi Nele, warum solltest du danach nicht mehr verbeamtet werden können? Das kannst du auf jeden Fall solange du die Voraussetzungen noch erfüllst (Amtsarzt, Polizeiliches Führungszeugnis, Altersgrenze…). Natürlich muss einem auch erst mal eine Stelle mit Verbeamtung angeboten werden… in manchen Bundesländern wird ja gar nicht mehr verbeamtet oder der Trend geht hin zum Tarif-Vertrag.
      Auf jeden Fall nimmt es dir die Bezirksregierung nicht „übel“ und erlaubt dann keine Verbeamtung mehr. Wichtig ist, dass du deine bisher angehäuften Pensionsansprüche nicht in die Rentenkasse übertragen lässt, sondern die Verrentung aufschiebst. Das geht in NRW bis zu 2 Jahre. (Aber im Grunde ist auch das egal, weil die Ansprüche nach so kurzer Zeit nur gering sind… Wenn das in die Rentenkasse übertragen wird und du bekommst wieder eine Stelle mit Verbeamtung, kannst du dir das auszahlen lassen.) Was allerdings mit Renten/Pensionsansprüchen wird, wenn man seinen Hauptwohnsitz nicht mehr in Deutschland hat, weiß ich nicht… lg

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      1. Das verstehe ich aber nicht. Oben hast du doch geschrieben, dass man nicht erneut als Lehrer verbeamtet werden kann. Ich bin Beamter auf Probe und meine Schule und meine Stelle sind ein einziger Albtraum! Ich würde gerne „kündigen“ und mich dann gerne einfach wieder auf „Beamten-Stellen“ an anderen Schulen bewerben (aber eben als Lehrer). Ist das möglich oder nicht?

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      2. Hallo,
        natürlich kannst du neu verbeamtet werden. Egal ob als Lehrer oder nicht. Zitat oben: „4) Kann ich neu / in einem anderen Berufszweig verbeamtet werden? Ja, wenn ich die Ansprüche für die Verbeamtung weiterhin erfülle (Alter, Gesundheitsprüfung beim Amtsarzt, Polizeiliches Führungszeugnis).“
        Viele Grüße

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  7. Das ist ja alles top aktuell hier! Ich stehe ebenfalls gerade an dem Punkt und habe meinen Entlassungsantrag zum 31.01.2016 bereits beim Amt eingereicht und dieser ist auch schon dort eingegangen. Allerdings liegt er noch nicht bei meiner Sachbearbeiterin, mit der ich heute telefoniert habe. Die Dezernentin meinte aber, dass sie es vielleicht erst zum Sommer hin bewilligen wird wegen pädagogischer Kontinuität. Wenn ich mir aber das Beamtengesetz meines Bundeslandes anschaue, dann stellt sich diese Frage überhaupt nicht, weil die mich längstens für 3 Monate, bei Lehrkräften an öffentlichen Schulen bis zum Schulhalbjahresende festhalten können. Bis Sommer ist also nicht. Ich hoffe deshalb oder gehe vielmehr davon aus, dass alles glatt geht. Und danach wartet das Leben auf mich, Freunde! 🙂

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    1. Coole Sache, herzlichen Glückwunsch! Nein, länger als 3 Monate können die dich nicht hinhalten. Bin jetzt ein halbes Jahr raus und habe es noch keine Sekunde bereut. Freu dich auf’s neue Halbjahr ohne dein Kürzel auf der Kollegiumsliste 😀

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  8. Ich bin 55 und habe den folgenden Plan: Ich will sozusagen freiwillig in die Dienstunfähigkeit, weil mich der Lehrerberuf so wie er zur Zeit ist überfordert und ich meinen Pflichten nicht mehr nachkommen kann. Dann würde ich eine Dienstunfähigkeitsrente und Beihilfe bekommen. Geht das eurer Meinung nach?

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    1. Freiwillig in die Dienstunfähigkeit? Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll… Natürlich kenne ich deine genaue Situation nicht und will dir nicht zu nahe treten. Es kann ja durchaus Fälle geben, in denen einfach aus verschiedenen Gründen gar nichts mehr geht. Um diesen Leuten zu helfen ist ja das fachmännische Urteil des Amtsarztes da. Ich hatte eine psychisch kranke Kollegin, die Gott-sei-Dank für alle Beteiligten dienstunfähig geschrieben wurde. Damit wurde sie von der täglichen Tortur erlöst und auch ihre Schüler haben davon nachträglich profitiert. Das war ein wirklich schlimmer Fall und es gab wenig Zweifel daran, dass sie einfach zu ihrem eigenen Wohl „aus dem Verkehr gezogen“ werden muss. Jeder hat es ihr gewünscht und gegönnt.
      Wenn es aber in die Richtung geht, beim Amtsarzt „einen auf dienstunfähig zu machen“, um ab dann in den bezahlten Ruhestand zu gehen, ist das für mich ein absolutes no-go. Ich kann zwar nachempfinden, dass man die besten Jahre seines Lebens für die Schule und den Staat geopfert hat, am Ende seiner Kräfte ist und versucht, Schadensbegrenzung zu betreiben und die Reißleine zu ziehen – aber wenn das auf das Pokern um eine Dienstunfähigkeit rausläuft weil man keine Lust mehr hat, hört bei mir das Verständnis auf. Es gibt für Menschen, die grundsätzlich arbeitsfähig sind, nur eben nicht schwerpunktmäßig im Unterrichten, immer noch Alternativen, auch wenn die manchmal nicht so einladend sind. Da muss man m. E. in den sauren Apfel beißen. Man hat ja auch lange genug von der Verbeamtung profitiert…

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  9. Hallo, Sie schreiben oben 6) Darf ich noch als Lehrer tätig sein? Natürlich! Aber eben nicht verbeamtet.

    Wie ist das zu verstehen? Wenn man aus einem bestehenden Beamtenverhältnis als Lehrer kündigt, kann man generell nicht erneut als Lehrer verbeamtet werden? Oder lediglich in dem Bundesland, wo man beschäftigt war?
    Hintergrund ist der, dass meine Frau in Niedersachsen verbeamtet ist und aus familiären Gründen gerne nach Schleswig-Holstein wechseln möchte. Der Freistellungsantrag wurde von der Schulleitung genehmigt und liegt nun bei der Schulbehörde, die sich etwas quer stellt.
    Meiner Frau wurde nun von befreundeten Kollegen geraten zu kündigen, falls die Schulbehörde der Freistellung endgültig nicht zustimmt. Könnte Sie dann in S-H nicht mehr als Lehrerin verbeamtet werden?

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    1. Hi Daniel, da habe ich mich tatsächlich missverständlich ausgedrückt. Ich wollte ausdrücken, wenn ich (z.B. in NRW) die Verbeamtung kündige, dann darf ich dort trotzdem noch als Lehrer tätig sein. Meine Verbeamtung habe ich dann zwar aufgegeben, aber es spricht nichts dagegen, dass ich mich auf eine Vertragsstelle bewerbe. Wenn man wollte, könnte man sich sogar noch mal neu auf eine Beamtenstelle bewerben und den Verbeamtungsprozess (Amtsarzt, Revisionslehrproben, etc.) noch mal neu durchlaufen.
      Mit dem Bundeslandwechsel kenne ich mich aber nicht aus. Da gibt es sehr spezielle Regeln. Wenn man im eigenen Bundesland verbeamtet ist, halte ich es eher für eine Notlösung, komplett zu kündigen, um dann im neuen Bundesland neu verbeamtet zu werden. Man verliert ja 50% seiner Altersansprüche dabei (!!!) Ich nehme an, als Beamter hat man einen gewissen Anspruch, auch im neuen Bundesland als Beamter zu arbeiten. Es müssen ja auch die Pensionsansprüche dann ins andere Bundesland übertragen werden. Wäre ja ein Skandal, wenn man nur durch einen Bundeslandwechsel plötzlich in der Altersarmut landet.

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  10. Hallo und vielen Dank für diesen tollen Artikel.
    Ich habe mein Referendariat 2014 beendet und habe jetzt die Möglichkeit eine fest Verbeamtungsstelle zu erhalten (inklusive Probezeit bzw. Anrechnung der bisher als Vertretungskraft gearbeiteten Zeit) bzw. dann nach der Revision auf Lebenszeit verbeamtet zu werden.
    Nun sieht es aber so aus, dass ich gerne mit meinem Freund (er kommt aus Indien) für ein paar Jahre nach Indien, möglicherweise aber auch in ein anderes Land gehen möchte.
    Wenn ich Ihre Kommentare richtig verstanden habe, dann sollte ich diese Stelle zunächst nicht annehmen, da ich dann ja ggf das Beamtenverhältnis kündigen müsste um ins Ausland zu gehen.
    Ich gehe nicht davon aus, dass ich unbezahlten Urlaub in irgendeiner Form genehmigt bekommen würde?!
    Es scheint mir hier sinnvoll für einige Jahre ins Ausland zu gehen und mich ggf. in 2-3Jahren auf eine Verbeamtungsstelle zu bewerben. Sollte dies dann funktionieren gut…und möglicherweise klappt es dann aber auch nicht mehr, allerdings hätte ich dann auch nicht mehr verloren, als wenn ich noch 2Jahren das Beamtenverhältnis kündigen würde, oder?
    Vielen Dank schon einmal im Voraus…

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    1. Hallo Jennifer, so weit ich weiß gibt es die Möglichkeit der Freistellung. Da bin ich aber nicht so richtig informiert. Man kann sich aber theoretisch beurlauben lassen – jedoch für einen zeitlich recht überschaubaren Rahmen. Für mehrere Jahre wohl eher nicht. Und während dieser Zeit darfst du dann nur mit Genehmigung der Bezirksregierung für einen bestimmten Umfang anderweitig arbeiten. Ich denke, das würde ich in deinem Fall nicht so gut passen. Puh, da bin ich überfragt. Wenn du die Verbeamtung kündigst kannst du die Nachversicherung bis zu 2 Jahre aufschieben, das heißt, wenn du innerhalb dieser Zeit wieder verbeamtet wirst, werden dir die Altersansprüche übertragen. Aber da bist du dann eben darauf angewiesen, innerhalb von 2 Jahren wieder eine passende Stelle anzutreten. Schwierig… Verbeamtung ist eben immer auf Dauer angelegt, die bieten eben hohe soziale Absicherung im Austausch gegen hohe Einschränkung der Flexibilität…
      Am besten, du informierst dich beim Justiziar einer Lehrergewerkschaft.
      Für mich klingt es so, als mache eine dauerhafte Verbeamtung bei dir erst nach deinen Auslandplänen Sinn. Da ist dann natürlich das Risiko, ob du dann noch verbeamtet wirst. Ist eben die Frage, wie viel dir das Wert ist… In unserem Beruf wird man ja immer verrückt gemacht, die Verbeamtung sei das wichtigste überhaupt. Das kann man auch anders sehen…
      Wünsche dir ganz viel Erfolg und vor allem Spaß – egal wie du dich entscheidest!

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    2. Freut mich festzustellen, dass ich nicht die Einzige bin, die das Beamtentum nicht als Maß aller Dinge sieht. Ich bin in 2 Monaten mit dem Referendariat (Grundschule) fertig und stehe also nun vor der Frage, wie es danach weiter gehen soll. Ich hätte aktuell ziemlich gute Chancen sofort verbeamtet zu werden, kann aber eigentlich jetzt schon mit großer Sicherheit sagen, dass ich den Job ganz sicher nicht 40 Jahre lang machen will. Ich bin ehrlich gesagt erst mal froh, dass Ref bis hier her durchgehalten zu haben und hoffe es nun auch irgendwie zu Ende zu bringen. Und wenn ich das hier so lese klingt es nicht sonderlich sinnvoll „erst mal“ mit nem Job als Beamter zu starten, um dann ein paar Jahre später wieder zu kündigen.
      Ich habe mal zu Jennifers Eintrag geantwortet, weil mein Freund nämlich Ire ist und ich es nicht ausschließen möchte Deutschland in den nächsten Jahren für immer zu verlassen. Aber vielleicht auch erst mal nur für ein paar Jahre. Dein Kommentar ist ja nun schon ein paar Monate her Jennifer, deswegen die Frage, ob du dich in der Zwischenzeit entschieden hast?
      So wie es aussieht machen Vertretungsstellen in meinen Augen in meinem Fall mehr Sinn, auch wenn die Tatsache, dass das bedeutet für den gleichen Job deutlich weniger Gehalt zu bekommen und in den Sommerferien jedes mal zum Amt laufen zu dürfen, natürlich nicht sehr erfreulich ist…

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  11. Hallo,
    Vielen herzlichen Dank für deinen tollen Beitrag. Ich überlege gerade zum nächsten Schuljahr (13.9.2016 in Bayern) den Staatsdienst zu verlassen und an einer privaten Schule zu arbeiten. Bisher war bei meiner ganzen Recherche dein Artikel am hilfreichsten. Finanziell wäre der Wechsel vertretbar und glücklicher wäre ich damit nach eigener Einschätzung auch. Über sonstige Folgen wie Altersabsicherung etc.konnte mich bisher noch keiner richtig aufklären. Bisher wurde mir vom Berater eher versucht es mir auszureden.
    Mal sehen wie es weitergeht.
    Viele Grüße

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    1. Hallo, vielen Dank für das Lob. Meiner Erfahrung nach wird einen JEDER Berater dazu beraten, NICHT aus der Verbeamtung auszusteigen. Die vielseitigen Beweggründe kann ein Außenstehender oft nicht nachvollziehen. Mein Tipp ist immer ein offizielles Telefonat mit dem Justiziar einer Lehrergewerkschaft für verbindliche Auskünfte. Bei der Bezirksregierung weiß oft auch die Linke nicht was die Rechte tut… Im Zweifelsfall ist auch der Personalrat ein Ansprechpartner.
      Ich wünsche auf jeden Fall viel Erfolg und frischen Mut bei der Orientierung! Viele Grüße

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  12. Hallo liebe Textourette!
    Vielen vielen Dank für diesen Text. Es ist wirklich so, dass man im Internet so gut wie gar keine aussagekräftigen Informationen findet. Anscheinend echt ein Tabu Thema! Umso mehr freue ich mich, dass die Einträge aktuell sind, also traue ich mich auch eine Frage zu stellen 🙂 Ich bin zurzeit eine Beamtin auf Probe. Leider, fühle ich mich hier wo ich bin unwohl und sehr überfordert (nicht nur in der Schule an sich, aber auch privat läuft einfach nicht so gut). Ich möchte gerne in meine Heimatstadt in einem anderen Bundesland zurückgehen, wo ich auch mein Referendariat absolviert habe und viele Freunde und meine Familie habe. Nur stellt sich die Frage, wie sieht das aus wenn ich mein Beamterverhältnis (auf Probe) beende und in einem anderen Bundesland erneut in ein Beamterverhältnis eintreten möchte? Ich weiß, ganz schön kompliziert. Auf jeden Fall danke für diesen Post und echt coole Seite! Werde ich definitiv öfters vorbeischauen 🙂
    Liebe Grüße aus dem Süden!
    M.

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    1. Hi Melanie, vielen Dank für das Lob! 🙂 Ja, mit dem Bundeslandwechsel ist das so ne Sache. Ich kenne mich da nicht wirklich aus. Ich meine zu wissen, dass man eine aufnehmende Schule braucht und dann ein Wechsel innerhalb deiner bestehenden Verbeamtung vollzogen werden kann. Ich will mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Habe da wenig Durchblick. Für mich hört sich das an wie eine Frage zum Bundeslandwechsel bei bestehender Verbeamtung. Da muss es doch reguläre Wege geben, ohne gleich zu kündigen… Ganz wichtig ist die Frage, was mit deinen bisher aufgebauten Altersansprüchen passiert. Wenn die dir einfach in ein neues Beamtenverhältnis in einem anderen Bundesland übertragen werden können, dann ideal. Der schlechteste Fall wäre, dass du in deinem jetzigen Bundesland kündigst, und du bei der Rentenversicherung nachverrentet wirst, wobei du 50% deiner Ansprüche verlierst. Andererseits ist der Verlust zu so einem frühen Zeitpunkt deiner Tätigkeit auch noch nicht wahnsinnig erheblich – auf eine Gesamtarbeitsdauer gesehen. Der richtige Ansprechpartner wäre für dich wahrscheinlich der Personalrat deiner Schule. Der steht in direktem Kontakt zur Bezirksregierung und kann dir quasi Infos aus erster Hand geben. Wie gesagt, auch der/die Justiziar/in der GEW oder des Philologenverbandes sind eine verlässliche Quelle. Man will ja mit diesen Fragen nicht direkt zur Bezirksregierung rennen und schlafende Hunde wecken… Ich hoffe, du wirst diesbezüglich fündig.
      Viele Grüße und alles Gute!

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    2. Hallo Melanie,
      ich stehe zur Zeit genau vor der gleichen Entscheidung, jedoch habe ich die mögliche Planstelle noch nicht angetreten (bin in den letzten Zügen des Refs, mir wurde jedoch schon eine Planstelle angeboten). Ich möchte längerfristig jedoch nicht an der Schule und in der Gegend bleiben und zurück in die Heimat (Hessen). Dort wird jedoch erst wieder in 2-3 Jahren verbeamtet. Ich habe überlegt die Stelle in Bundesland A anzunehmen, jedoch innerhalb der Probezeit zu kündigen und das Bundesland zu wechseln. Daher wollte ich dich fragen, wie es denn nun bei dir ausgegangen ist und ob du mir eine Auskunft geben kannst.
      Vielen Dank.
      Liebe Grüße
      K.

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  13. Hallo. Nach jetzt drei Jahren als Beamter und im Hinblick auf all die Unverschämtheiten, die unserer Landesregierung in BaWü mit uns Beamten plant, komme ich mehr und mehr zu dem Entschluss, endlich aus der Unmündigkeit herauszutreten, um mein Leben selbstverantwortlich in die Hand zu nehmen. Und das sage ich nach drei Jahren Versklavung in diesem Job. Gesellschaftlicher Druck, die fordernden Schüler und eine missgünstige Schulleitung auf der einen Seite, das eigene Schicksal von einem in Stuttgart, Freiburg, Tübingen oder Karlsruhe sitzenden, frustrierten, ehemaligen aber als unfähig betrachteten Lehrer steuern zu lassen, Wohn- und Lebensort nicht selbst bestimmen zu können, Nebentätigkeiten erbetteln zu müssen auf der anderen Seite. Gesetze werden – wie in meinem Fall – nur gegen einen angewandt. Hat man was gegen die höheren Behörden in der Hand, könnte man Einspruch einlegen, so registriert man schnell, dass dieser – obwohl er gerecht und wichtig wäre – keinen Sinn hat, denn wenns eng wird, dann sichern sie sich ab. So oder so hast du also die Gesetze gegen dich stehen. Und am Ende bleibt ein Wisch, der ins Haus flattert, wie bei Ihnen. Genau so stelle ich mir das Ganze vor. Mit Mitte 30 hat man so viel Zeit vergeudet für nichts. Mit meinen Fächern geht leider auch wenig anderes. Abhängigkeitsverhältnis, aus dem herauszubrechen wiederum rechtlich unattraktiv und nachteilig für alle Entscheidungsträger verläuft. Ich könnte kotzen! Danke für diesen Beitrag, der mir einmal mehr vor Augen führt, was hier schief läuft.

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  14. Hallo,
    ich überlege gerade als Quereinsteiger in den Lehrerberuf zu wechseln und verstehe noch nicht genau, was als Lehrer so schlimm sein soll (außer dass einem die Schule zugewiesen wird). Andere Berufe haben auch ihre Nachteile (Schichten, viele spontane Dienstreisen, Projektgelder eintreiben, leistungsabhängige Gehälter, Ängste der Entlassung, …). Zugegeben habe ich bisher auch nur diesen einen Artikel gelesen, werde aber sogleich weiter stöbern. Freue mich auf Antworten. Danke. VG

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    1. Hi, danke für den Kommentar. Das empfindet natürlich jeder anders und niemand hat per se Recht oder Unrecht in seinem Erleben. Wenn du bei mir stöberst wirst du sicherlich mehr über meine Sichtweise verstehen. Letztlich kann jeder nur seine eigenen Erfahrungen machen. Eine „Liste“ von negativen Aspekten dieses Berufes findest du in diesem Artikel: https://familietrifftschule.wordpress.com/2015/09/01/4-monate-seit-dem-ausstieg-es-gibt-ein-leben-danach/
      Wünsche dir viel Erfolg, welchen Weg du auch letztlich einschlägst!

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  15. Hey, schöner Bericht. Aber etwas verwirrt mich noch 😉
    Kurz zu mir. Ich bin seit 9 Jahren Beamter bei der Feuerwehr. Bin nicht zufrieden aber habe ein Angebot aus der Schweiz und würde gerne wechseln. Dementsprechend müsste ich auch um die Entlassung bitten.

    Du sprichst von 50 % Altersvorsorge gehen verloren. Aber meiner Meinung nach ist der Dienstherr verpflichtet, beide Anteile, also 100 % des verdienten Bruttolohnes in die Rentenversicherung nachzuzahlen. Allerdings ist der Bruttolohn bei Beamten natürlich dementsprechend geringer als Angestellter, wohingegend man natürlich Abstriche hat.
    Seit 2013 gibt es aber auch das Altersgeld https://bund-laender-nrw.verdi.de/ueber-uns/nachrichten/++co++383749ae-9311-11e3-88ec-52540059119e
    http://www.nlbv.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=32221&article_id=111557&_psmand=111

    Hast du dich damit mal befasst vor deiner Entlassug? Im Merkblatt auf der rechten Seite des NLBV gibts auch eine Berechnung.
    Ich weiß nämlich jetzt nicht so genau was sinniger ist. Altersgeld beanspruchen oder Nachzahlung in der Rentenversicherung, die, falls ich immer in der Schweiz bleibe, eh nicht zu tragen kommt da es dort eine eigene Altersvorsorge gibt.

    Aber solte ich dort unzufrieden werden, werde ich vllt irgendwann wieder zurück nach Deutschland und dann stellt sich die Frage, ob wieder als Beamter, wenn möglich vom Alter her, oder was anderes…

    Viele Grüße;

    Tim

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    1. Hi Tim,
      als Lehrer ist man Landesbeamter, und die haben keinen Anspruch auf Altersgeld, nur Bundesbeamte. Bundesbeamte bekommen auch seit einigen Jahren die 100% nach-verrentet, sofern sie länger als 7 Jahre im Dienst und davon 5 im Bundesdienst waren.
      Zitat aus deinem ersten Link „Beamtinnen und Beamte sowie Richterinnen und Richter auf Lebenszeit und Berufssoldatinnen und -soldaten, die freiwillig vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze aus dem Beamten-/ Dienstverhältnis zum Bund ausscheiden und eine altersgeldfähige Dienstzeit von mindestens 7 Jahren zurückgelegt haben, von denen sie wenigstens 5 Jahre im Bundesdienst verbracht haben müssen.“
      Landesbeamte schauen da nach aktuellem Recht noch in die Röhre.
      Ist Feuerwehr Bundesdienst? Dann herzlichen Glückwunsch 😉
      Bin in Feuerwehrfragen leider nicht firm, wünsche jedoch viel Erfolg bei der weiteren Recherche.
      Viele Grüße

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      1. Hmm, als Feuerwehrmann ist man sogar nur Kommunalbeamter. Hmm, dann scheint das wohl auch nicht zu gelten.
        Am Mittwoch habe ich einen Termin mit dem Personalrat, dann bin ich mal gespannt, was er dazu sagen kann und ob ich noch neue Informationen bekomme. Sage dir Bescheid, wenn ich mehr weiß.
        Vielen Dnak und liebe Grüße,

        Tim

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      2. Hallo,
        der Erfahrungsbericht zur Entlassung aus dem Beamtenverhältnis liest sich interessant.
        Aber die Infos zur Nachversicherung sind definitiv Unfug. Tim hat die rechtlichen Grundlagen und die Auswirkungen des Nachversicherungsrechts (§ 181 ff. SGB VI) völlig richtig dargestellt. Das gilt so für die Nachversicherung aller Beamten, egal, ob Bund, Land oder Kommune.
        Und auch der Hinweis auf mögliche Altersgeldansprüche war korrekt. Altersgeld gibt es nicht nur für die Bundesbeamten. Nach dem LBeamtVG BaWü gibt es schon seit geraumer Zeit die Möglichkeit, statt der Nachversicherung einen Altersgeldanspruch zu wählen. Und das gilt für die Landes- und Kommunalbeamten in BaWü… (vgl. z.B. http://www.kvbw.de/pb/,Lde/257582.html).
        Viele Grüße

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  16. Hallo,
    ich habe seit Wochen einen vorgefertigten Antrag auf Entlassung auf dem Tisch liegen. Das ist schon krass, wie schwer es einem fällt, es abzuschicken, auch wenn man auf Anhieb 100 Gründe aufzählen könnte. Verrückt. I
    ch bewundere Deine Entscheidung, auch ich werde dir bald folgen. Wirklich verrückt, dass Du hier im Netz, wo man so ziemlich alles findet, die einzige Infoquelle darstellst. Deutet doch sicher darauf hin, dass der Druck bei den Kollegen einfach höher ist als der Wunsch nach einem besseren Leben.
    Vieles vom dem, was du schreibst, erinnert mich an mein letztes Jahr. Jeder, mit dem man darüber spricht, rät einem davon ab. Bei den KollegenInnen ist es besonders seltsam, denn sie raten einem ab, es hört sich aber fast so an, als würden sie selber gerne raus und blabbern sich da selber nur was vor, um nicht einzuknicken.
    Ich bin sicher die Zahl der Aussteiger wird sich bald stark vergrößern, denn die Generation, die gerade in den Beamtenberuf einsteigt, denkt ganz anders. BeamterIn auf Lebenszeit ist nicht mehr zeitgemäß. Ich frage mich bis heute, wie ich so dämlich sein konnte, vor 8 Jahren einen „Lebensvertrag“ zu unterschreiben. Bei jedem Auto- oder Versicherungskauf, der langfristig angelegt ist, denkt man bei „Langfristigkeit“ an etwas Nachteiliges. „Oh, 5 Jahre leasen, das ist aber lange.“ Aber beim Beamtendienst, da denkt man, man kann nix falsch machen. Naja, nachher ist man immer schlauer.
    Man kann doch nicht mit 26 glauben, dass man mit 66 immer noch in dem selben Bau zum arbeiten geht. Ich kann mir noch nicht mal vorstellen, 20 Jahre ins selbe Büro zu gehen. Keine Ahnung, was mich damals geritten hat (naja, klar fallen mir auch hier direkt ein paar Gründe ein, die ich aber aus heutiger Sicht gar nicht mehr nachvollziehen kann).
    WIe auch immer….
    Alles Gute für Dich und danke für diesen Blogg

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    1. Hallo, danke dir für deinen tollen Kommentar! Ja, genau das Denken habe ich auch. Diese lebenslange Bindung an einen Beruf ohne groß nach rechts oder nach links zu können (eigentlich nur nach „oben“, also sich aus dem Unterrichten raus befördern zu lassen in irgendwelche depperten Funktionsstellen oder gar Ausbilder werden). Diese Stagnation als Persönlichkeit. Einfach mal 40 Jahre lang jeden Tag das gleiche machen und dann zum Abschied einen Kugelschreiber mit Schulwappen drauf bekommen. Da bin ich irgendwie mehr…. Rock’n’Roll…. 😉
      Wie ist es dir in der Zwischenzeit ergangen?
      Viele liebe Grüße!

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  17. Ihr lieben Weggefährten, vielen, vielen Dank für die Kommentare… Es tut sehr wohl zu wissen, dass ich nicht alleine auf dieser Welt bin!!! Ich bin Quereinsteigerin und seit elf Jahren dabei. Ich selbst sehe mich inzwischen als entmündigte Staatssklavin. Als ich damals einstieg, dachte ich, es sei der Lotto-Sechser in meinem Leben. Ich weiß selbst nich so genau was passiert ist. Ich war im ersten Leben Krankenschwester und wurde wegen meines wachen und schnellen Geistes und meiner Entscheidungsfreudigkeit eingestellt, ebenso wegen meines analytischen Denkens und der Kritikfähigkeit. All‘ das ist jetzt ist jetzt ein Problem. Das „System Schule“ braucht Jasager und da bin ich verkehrt. Es wird mir immer deutlicher. Ganz würde ich meinen Beamtenstatus nicht aufgeben wollen, aber mir fehlen die Alternativen, was ich als Lehrerin noch arbeiten könnte. Viele Grüße, Petra

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    1. Hallo Petra, ich kann das sehr gut nachempfinden! Du hast ja schon eine Ausbildung als Krankenschwester, vielleicht lässt sich daran wieder anknüpfen? Selbständigkeit als Gesundheitsberaterin, Ernährungsberaterin, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Öffentlichkeitsarbeit von Krankenkassen, alles was mit Gesundheit und Didaktik zu tun hat. Heilpraktikerausbildung machen. Es gibt Förderprogramme, um in die Selbständigkeit zu kommen.
      Wie sieht es im Moment bei dir aus?
      Viele liebe Grüße!

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  18. Liebe Textourette,
    auch ich bedanke mich für Deinen guten und so seltenen Artikel!
    Ich habe vor knapp 5 Jahren als Seiteneinsteigerin an einer Berufsschule begonnen. Anfangs dachte ich noch, dass Lehrer auf hohem Niveau stöhnen, da ich aus meiner letzten Stelle anderes gewohnt war, z.B. jeden Tag bis 17.00 Uhr im Büro sitzen, weniger Geld, weniger Urlaub und an Rente kaum zu denken.
    Mein berufsbegleitendes Ref. war dann echt die Hölle und seitdem warte ich noch immer darauf, dass es wieder besser wird. Seit 5 Jahren stehe ich unter Dauerstrom und gehe jeden Tag mit Angst in die Schule. Und die Angst habe ich nicht vor den Schülern, sondern der ständige Druck von oben, die ständige Angst wieder Fehler gemacht oder etwas vergessen zu haben, immer wieder neue Klassen, Fächer, Bildungsgänge… Ich fühle mich wie eine Leistungsmaschiene im Dienst des Staates.
    Jeden Tag vor Menschen stehen, die einen für ihr Elend verantwortlich machen, die man zwingen muss Dinge zu tun, die sie nicht möchten, Menschen bewerten, einordnen, aussortieren, immer 100% präsent sein, keine Schwäche zeigen, an forderster Front stehen, nie Feierabend haben. Kein Wochenende, kein Kranksein ohne permant erreichbar und ansprechbar für die Kollegen zu sein… Ihr wißt bestimmt wovon ich rede. Ich könnte mich hier ohne Ende weiter auslassen. Nach den Sommerferien fange ich an einer neuen Schule an und schaue ob es dort besser ist. Wenn nicht, dann hoffe ich für mich, dass ich so mutig bin wie Du!
    Ganz liebe Grüße!
    T.C.

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  19. Hallo!

    Nach einigem Suchen bin ich auf diese Seite gestoßen, da sie geanu mein aktuelles Anliegen thematisiert. Daher freue ich mich über eine solch informative Seite, da man ja wirklich keinerlei Informationen diesbezüglich im Internet findet!

    Ich habe letztes Jahr mein Referendariat in Hessen absolviert und nun eine Planstelle in NRW ergattert. Das Problem welches ich nun habe liegt darin, dass ich mich an meiner neuen Schule aus vielen Gründen sehr unwohl fühle und gerade wenig Spaß an meinem Beruf habe (vorher hatte ich sehr viel Freude an der Lehrertätigkeit).
    Jetzt frage ich mich, was passiert, wenn ich meine Planstelle (befinde mich noch in der Probezeit, da mir für meine einjährige Vertretungstätigkeit ein halbes Jahr angerechnet wurde) kündige?
    Kann ich mich erneut auf Planstellen bewerben, oder stellt mich das Land bzw. die Bezirksregierung nach einer Kündigung nicht mehr ein? Gibt es Fristen die berücksichtigt werden müssen nach einer Kündigung (ich meine eine Art Sperrfrist für Einstellungen oder ähnliches), oder kann ich mich wirklich direkt auf neue Planstellen bewerben (mit dem üblichen Prozedere wie Führungszeugnis etc.)?

    Über eine Antwort bzw. Ratschläge würde ich mich sehr freuen, da ich gerade nicht wirklich glücklich bin!
    Liebe Grüße,
    Anette

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    1. Hi Anette,
      vielen Dank für deine positive Rückmeldung. Oh oh, bei solch detaillierten Fragen kann ich leider keine Auskunft geben. Wie schon gesagt, mir hat ein Telefonat mit der Lehrergewerkschaft (GEW oder Philologenverband) sehr geholfen. Die haben eine Abteilung für Justizfragen und da fühlt man sich dann tatsächlich auch gut beraten. Käme denn eine Versetzung für dich in Frage? Kann natürlich etwas langstielig werden, aber kündigen musst du vielleicht gar nicht sofort.
      Viele Grüße

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      1. Mit dem Gedanken habe ich auch schon gespielt,allerdings weiß ich nicht ab wann man sich versetzen lassen kann ( Stichwort:Probezeit) und wie „langstielig“ das Ganze werden kann! Hat da jemand Erfahrungen mit gemacht?

        Selbst auf Oliver, dem Internet Portal für Versetzungen in NRW habe ich keine Infos gefunden!
        Vielleicht setzte ich mich wirklich mal mit der Rechtsabteilung der GEW in Verbindung…

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    2. Hallo Annette,

      ich bin so ziemlich genau in der gleichen Situation, vor einem Jahr Ref gemacht und 1 Jahr Vertretung und nun kreuzunglücklich in meiner neuen Schule (auch NRW)! Ich denke auch über Entlassung nach, da Versetzung bis zu 5 Jahre dauert! Werde sie Tage auch bei der GEW anrufen!
      Wäre schön, wenn wir im Austausch bleiben können!

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  20. hallo zusammen! Ich bin so froh auf diese Seite gestoßen zu sein und so happy dass ich nicht die Einzige mit diesem Gedanken bin. Ich bin 30 Jahre alt und habe am 1.2.2016 eine Stelle als verbeamtete Lehrerin angenommen. Bei dem Gedanken für immer an diese Stadt in der ich wohne gebunden zu sein schnürt mir alles ab und ich bekomme Angstzustände. Keiner versteht mein Problem so richtig aber ich habe Angst hier gerade in diesem Alter hier festzustecken. Wenn ich Mann und Kinder hätte wäre es wahrscheinlich eine andere Nummer aber ich hab das Gefühl ich möchte noch etwas von der Welt sehen. Wie ist das wenn ich meine Verbeamtung auf Probe kündigen möchte? Ich bin ja noch nicht lange verbeamtet auf Probe also kann ich doch auch nicht große Einbußen in den pensionsansprüchen machen oder? Ich wäre über eine Rückmeldung sehr dankbar.

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    1. Hi Aurora, danke für das Lob und freut mich sehr, dass du dich hier wieder findest! Ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Ich habe mir selbst in der ersten Zeit von den Kollegen immer einreden lassen, es würde alles besser und nur die ersten 5 Jahre wären ne harte Zeit. Wurde aber insgesamt nicht besser – ich wurde nur selbst routinierter und erfahrener aber es bleibt halt sch****. Kündigen kannst du immer. Wenn du noch erst ein halbes Jahr dabei bist, hast du bisher ja verschwindend geringe Altersansprüche angesammelt. Davon verlierst du ca. 50%. Aber 50% von fast nichts ist eben noch weniger. Lässt sich also getrost verschmerzen. Auf eine Lebensspanne als Arbeitnehmer gesehen also noch seeeeeeehr viel Zeit, deine Rente auf anderen Wegen aufzubauen. Hast du denn schon Ideen für ne Alternative? Liebe Grüße!

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      1. Der Beruf bereitet mir schon Freude! Es wäre die Überlegung einfach als Angestellte zu arbeiten. Wenn ich dann iwann in einer Stadt angekommen bin und noch nicht vierzig bin könnte ich mir auch vorstellen mich evtl nochmal verbeamten zu lassen. Aber in meiner momentanen Lebenslage fühl ich mich einfach in Ketten gelegt. Ich wollte mir noch ein wenig Zeit geben und schauen.. Tausend dank für deine Rückmeldung. Es tut sehr gut zu wissen das es Anderen auch so geht..

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  21. Ein Gedanke an alle, die ans Aussteigen denken: es gibt auch noch andere Möglichkeiten. Ich habe eine Freistellungsjahr besntragt. Das lief unter Beurlaubung ohne Bezüge und ich bin für ein Jahr nach Amerika. Auslandskrankenversicherung und Ruhen lassen der privaten Krankenversicherung in Deutschland. Ich hätte diese Beurlaubung verlängern können auf weitere Jahre bin aber danach zurück an die Schule. Jetzt mache ich es noch geschickter und spare mir ein Sabbatjahr an. Da gibt es verschiedene Modelle. Über Freistellungsjahr und Sabbatjahr gibt es auch noch die Möglichkeit des Auslandsschulwesens. Jetzt denke ich auch über Kündigung nach allerdings nur weil ich nach Amerika ziehe und einen Ami heirate und vermutlich meinen Beamtenstatus dadurch leider nicht behalten kann. Ich find das Beamtentum nämlich klasse. Noch eine Idee: Mein Bruder, auch Beamter nimmt 14 Monate Erziehungsurlaub und reist mit seiner Frau durch ganz Europa mit dem Erziehungsgeld… Auch das ist eine Alternative wenn man eine Pause braucht.

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    1. Hallo Martha,
      ich habe das Angebot einer Beamtenstelle und überlege ob ich das machen soll, weil ich in den nächsten Jahren noch mal für ein Jahr ins Ausland wollte. Wie war das denn bei dir? Wurde das ohne Probleme genehmigt? Was für Gründe hast du da angegeben. Und dürfte ich in dem Jahr im Ausland auch arbeiten – z.B. Work-and-travel?
      Würde mich riesig über eine Antwort freuen.
      Liebe Grüße!
      Laura

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    2. Hallo Martha,
      also ganz ehrlich.. schön für dich dass du das Beamtentum so toll findest. Aber darum geht es hier ja nicht, sondern darum, den Mut aufzubringen, den „goldenen Käfig“ Beamtentum tatsächlich zu verlassen. Ein Sabbatjahr ist kein Ausstieg. Und Kinderkriegen ist doch keine ernstzunehmende „Alternative“, auch wenn einige vielleicht das Glück haben dass sich Kindersegen und Ausstiegswunsch zufällig kreuzen.

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    3. Hi Martha,

      ein paar Fragen an dich, weil ich auch gerade darüber nachdenke mich beurlauben zu lassen. 1. Wird diese Beurlaubung ohne Bezüge immer gewährt? Oder braucht man da bestimmte Gründe?
      2. Hast du während der Zeit in Amerika gearbeitet? Bei mir würde es nämlich auch darum gehn mich beurlauben lassen, um eine Zeit im Ausland zu leben und auch zu arbeiten. Offiziell darf man ja während einer Beurlaubung wohl nicht arbeiten, aber mich würde interessieren, wie das in der Praxis aussieht.

      Wär super, wenn du mir weiterhelfen könntest.
      Grüße

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    4. Ich bin gerne Lehrerin, aber an meiner Schule macht es mir wegen ständiger Schulleitungswechsel und immer schlechteren Bedingungen einfach keinen Spaß mehr. Ich habe schon mehrfach Versstzungsanträge gestellt, bekomme aber keine Freigabe. Dabei habe ich schon eine Schule, die mich gerne hätte. Die Situation an meiner jetzigen Schule ist aber eher so, dass es sicher noch drei Jahre dauert bis ich mit der Freigabe rechnen kann. Das halte ich aber nicht aus! So habe ich auch schon an Kündigung gedacht, weil mich diese Bevormundung einfach nervt.
      Es ist so, dass ich Niederländerin bin und mein Studium in den Niederlanden absolviert habe, früher auch schon in den Niederlanden gearbeitet habe. Trotzdem bin ich hier vorbei 8 Jahren verbeamtet worden. Wenn ich von Kündigung spreche, erklärt mich jeder verrückt. Aus diesem Grund und weil ich meine Ansprüche eigentlich lieber nicht verlieren möchte, habe ich jetzt auch über das Ruhen lassen des Beamtenverhältnisses nachgedacht.
      Wie lange kann man es ruhen lassen? Ich darf in der Zeit einer Tätigkeit nachgehen? Ich lasse auch meine private Versicherung ruhen? Wäre es möglich in der Zeit in den Niederlanden zu arbeiten und anschließend direkt an meine Wunschschule wechseln, die sich übrigens auch in NRW befindet, aber zu einer anderen Bezirksregierung gehört zu der ich jetzt leider noch nicht wechseln darf?

      Übrigens finde ich die Entscheidung zu kündigen echt mutig und der Bericht ist super, auch die Kommentare hier. Damit kann man was anfangen.

      LG Nicole

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  22. Bin seit 2002 im Job, seit 2007 lebenszeitverbeamteter Lehrer in NRW und ich würde diesen ScheiXX nie wieder machen. Asoziale und völlig unerzogene Kinder, die dir den ganzen Tag ins Ohr schreien … nein danke.

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    1. 😂😂😂 manchmal hilft es schon solche Kommentare zu lesen. Ich habe heute keinen guten Tag gehabt, habe noch nicht gelacht und bin auf dieser Seite gelandet, bzw. lese diesen Kommentar. Genauso erging es mir heute! Aber noch habe ich das Gefühl es wird auch wieder besser. Ich überlege im Moment noch, ob es hilft einfach ein paar Stunden zu reduzieren.

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      1. Hallo N,
        ich habe auch sehr schnell von Voll- auf Teilzeit reduziert. Ich bin jedoch jemand, der die Arbeit, die er sieht, auch tun muss. Daher füllt sich die Teilzeitstelle sehr schnell durch Mehrarbeit auf Vollzeit auf. Ständige Präsenzpflicht durch Konferenzen, Schulveranstaltungen, etc. erledigen dann auch sehr oft den wöchentlichen „freien Tag“, den man in der Regel eingeräumt bekommt. Die Erwartung an dich ist nach wie vor 100% zeitliche Flexibilität und Verfügbarkeit bei einem Bruchteil des Gehalts. Besonders für Eltern scheiße, wenn man ständig die Kinder anderweitig betreuen lassen muss, obwohl doch eigentlich „dein freier Tag“ ist.
        Fazit für mich aus der Teilzeitstelle: gleicher Arbeitseinsatz, weniger Geld, mehr Frust.

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  23. Hi
    Danke erstmal für deinen Artikel…sehr hilfreich. Hier noch eine Ergänzung zum Verlust der Pensionsansprüche. Laut diesem Artikel „https://www.geldtipps.de/rente-pension-altersvorsorge/pensionen/vorsicht-ausstiegsfalle-fuer-beamte“ verlieren nicht alle Landesbeamten 50% ihrer Ansprüche. In Niedersachsen und Baden Württemberg hat man anscheinend die Möglichkeit nach dem „Altersgeldgesetz“ die Ansprüche mitzunehmen. Und in anderen Ländern laufen wohl teilweise Klagen. Ist ja auch eine ziemliche Sauerei!
    LG, Dani

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  24. Vielen Dank für diesen Bericht. In der Tat suche ich schon lange nach Informationen und Berichten zu dem Thema „Ausscheiden aus dem Dasein als beamteter Lehrer“.
    Leider ist für mich das Thema der enormen Einbußen bei der Nachversicherung aufgrund meines Alters und der vielen Dienstjahre ein nicht lösbar scheinendes Problem.
    Das Altersgeld wäre vielleicht eine Möglichkeit, die es aber in meinem Bundesland nicht gibt.
    Und dann ist da tatsächlich auch das Problem Arbeitsmarkt und berufliche Qualifikation. Was hat man als Grundschullehrer schon auf dem Arbeitsmarkt zu bieten – noch dazu, wenn man über 40 ist?
    Frustriert muss man feststellen, dass man als beamteter Lehrer eigentlich im goldenen Käfig sitzt.

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  25. Liebe textourette,
    ich bin seit 2 Jahren verbeamtete Studienrätin am Gymnasium (noch auf Probe) und auch für mich ist der Fund deines Blogs heute eine sehr große Bereicherung und ich habe deine Einträge regelrecht wie meine eigenen Gedanken empfunden. Eigentlich alles sehe ich genauso wie du und genau diese Gründe haben mich auch dazu bewogen, über einen „Ausstieg“ nachzudenken. Zudem will ich aus meinem jetzigen Bundesland weg und wieder nach NRW zurück.
    Ich bin allerdings noch nicht ganz sicher, ob ich komplett aus dem System Schule raus möchte oder vielleicht ein Schulformwechsel reicht. Denn auch ich liebe das Unterrichten von Kindern, aber die vielen Zwänge und Vorgaben und der Stress im System machen das Lernen oft einfach schier unmöglich bzw. zur unwichtigen Nebensache… ein großes Problem ist zudem meine Schulleitung.
    Mich interessiert das Konzept der Montessorischule und ich wollte hier einfach mal fragen, ob jemand damit Erfahrungen hat.
    Außerdem überlege ich noch den richtigen Zeitpunkt des „Ausstiegs“ und ich würde gerne, wissen, ob die Frist der 3 Monate bis zur Entlassung immer eingehalten wird, sprich, wenn ich meine Entlassung etwa 6 Wochen vor den Ferien beantrage, dann auch noch über die Ferien bezahlt werde…
    Wenn jemand was dazu weiß, würde ich mich sehr über eine Antwort freuen und sonst werde ich auch mal die GEW den Personalrat fragen und meine Erfahrungen hier posten!
    DANKE für diesen Blog und das Brechen des Tabus, deine Einträge sind fantastisch und eine große Hilfe!
    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und Freude, bei dem, was du tust!
    Kathrin

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  26. Super BEiträge! Ich überlege gerade, ob ich erst mal eine Beurlaubung anpeilen soll, um Zeit zu bekommen klare Gedanken zu fassen. Bin auch lebenszeitverbeamtet und damit wäre es ein grooooßer Schritt. Kennt jemand die Frist, die zwischen dem Antrag auf Beurlaubung und dem Eintritt d. Beurlaubg liegt? Sind das auch 3 Mon. wie bei der Kündigung?
    Viel Glück an euch alle, die ihr euch mit dem Gedanken an einen Ausstieg tragt….
    supermiranda

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    1. Hallo Mira, ich gehe nicht davon aus, dass man sich „ohne triftige Gründe“ mitten im Schuljahr beurlauben lassen kann, sicherlich eher zum Halbjahr oder zu den Sommerferien. Die voraussetzungslose Beurlaubung wird meiner Kenntnis nach nur sehr restriktiv erteilt. Ich weiß gar nicht, ob man das einfach so erteilt bekommt. Beachte auch, dass sich dann dein Krankenkassenbeitrag auf 100% steigert und du eine Nebentätigkeit nur in geringem Umfang bewilligt bekommst. Ich hatte die voraussetzungslose Beurlaubung damals für mich ausgeschlossen – nicht weil ich es nicht gebraucht hätte, sondern weil meine Schulleitung so ätzend war, dass das nie über ihren Tisch gegangen wäre…
      Wünsche dir viel Stärke und alles Gute!

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    2. Ich hatte vor 3 Wochen eine Telefonat mit dem Personalrat in NRW.
      Klare Aussage : Beurlaubung ohne Bezüge gibt es auf Grund von Lehrermangel nicht mehr.

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  27. Hallo,
    Bevor ich ins Referendariat kam wollte ich kündigen, aber jeder sagte, ich solle doch zumindest die Ausbildung fertig machen, weil sonst mein Studium als nicht abgeschlossen gelten würde. Nach einer Lehrprobe bin ich zum Arbeitsamt und wollte Alternativen, aber der Berater meinte, ich solle es doch erst mal ausprobieren, denn der Lehralltag sei anders als Referendariat. In den Mutterschutz ging ich mit dem Gedanken, dass ich nun ja Zeit hätte, mir Alternativen zu überlegen – leider fiel nur nichts Vernünftiges ein. (Für ein Jahr leitete ich ein Nachhilfeinstitut, aber das war noch schrecklicher als das Lehrerdasein.)
    Dann fing ich wieder in der Schule an, doch schon nach zwei Monaten wollte ich kündigen und hatte mich auch über alles informiert – da bat mich das Schulamt, mobile Reserve zu werden, was ich auch tat. Das hatte ich eigentlich von Anfang an gewollt, durfte es aber nicht und als ich das gerne weiter gemacht hätte, durfte ich auch das nicht. Also ließ ich mich wieder aus familiären Gründen beurlauben und wollte mir eine andere Arbeit suchen. Seither gebe ich auf Honorarbasis in Kindergärten Deutsch und seit dem Sommer unterrichte ich Flüchtlinge. Dabei habe ich gemerkt, dass mir das Unterrichten von Erwachsenen wirklich Spaß macht.

    Tja – ich bin einer dieser typischen Lehrer mit zu wenig Autorität. Eigentlich mag ich die Kinder – und sie mich auch – aber sie tanzen mir einfach auf der Nase herum.

    Inzwischen bin ich 50 und habe immer noch nicht gekündigt! Das Problem ist schlichtweg die Alterssicherung. Beamte bekommen immerhin eine Mindestpension von 1500 Euro, steige ich aber aus, habe ich ja nur noch wenige Jahre um mir eine Rente aufzubauen.

    Nun hat mir das Institut, an dem ich DAF unterrichte, eine Vollzeitstelle angeboten. Leider immer nur befristet und auch deutlich schlechter bezahlt als der Unterricht an einer staatlichen Schule. Dafür macht mir die Arbeit wahnsinnigen Spaß und ich fühle mich dort seltenst gestresst…

    Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll! Kündigen und die damit verbundene Unsicherheit riskieren? Im Staatsdienst bleiben und hoffen, dass ich die verbleibenden Jahre irgendwie überstehe?

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    1. Hallo Helga, ich kann mir deine Lage gut vorstellen. Es gibt private Anbieter, die dir deinen tatsächlichen Pensionsanspruch genau berechnen. Du hast ja viele Jahre in Beurlaubung und Teilzeit verbracht, daher ist dein Anspruch/Verlust vielleicht gar nicht so hoch wie du denkst?
      Aber es spielen natürlich wahnsinnig viele Faktoren mit rein. Ich glaube „in deinem Alter“ (entschuldige, du bist noch nicht alt!) hätte ich den Ausstieg nicht mehr gewagt. Ich habe die Kurve gekratzt sobald ich konnte, genau aus dem Grund der Altersvorsorge. Aber auch ich hatte viel Teilzeit gearbeitet, so dass ich auf den Verlust gesch****n habe. Für mich war es wie eine Wiedergeburt, die Schule wirklich, WIRKLICH hinter mir zu lassen.
      Es spielt aber natürlich die ganze Lebenssituation, Familie, Gesundheit usw. mit rein.
      Eine Möglichkeit wäre vielleicht, in der Schule nur den geringsten Stundensoll zu leisten und eben nebenher in einer Tätigkeit aufzugehen, die dich glücklich macht. Ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute mit deiner Entscheidung!

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    2. Hallo Helga,
      ich möchte dir etwas erzählen.

      Mein Vater war „sein ganzes Leben lang“ Studienrat – und mit 65, eine Woche nach seinem Pensionierungsschreiben – tot.
      … Alle Träume, alle Reisepläne für „danach“, die Lebensversicherung und die Pensionsansprüche: hinfällig.

      Ich bin auch Lehrerin, werde aber meine Job jetzt an den Nagel hängen. Denn: meine Mutter hatte vor 2 Monaten (mit 66) einen schweren Schlaganfall. Und dieser zweite Hinweis darauf, dass ich, wenn ich noch etwas vom Leben haben will, es JETZT angehen muss, ist für mich nicht mehr weg zu ignorieren.

      Genießen wir also unser Leben abseits des Schulsystems weiter, vielleicht mit weniger „Sicherheit“, vielleicht aber auch mit höherer Zufriedenheit, mit mehr Genuss und mehr Freiheit.

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  28. Liebe Blog-Schreiberin,

    deinen Blog verfolge ich schon eine ganze Weile, da ich mich genau mit diesem Gedanken seit Monaten exzessiv beschäftige. Die Frage aller Fragen war dabei stets: WAS kann ich mit dieser Ausbildung nur anfangen?
    Geholfen hat mir letztendlich ein wunderbares Seminar zur beruflichen Neuorientierung, bei der es nicht darum ging, zu klären, was ich mit meiner Ausbildung anfangen kann, sondern: Was WILL ich machen, was ist mein Traum? Und genau nach diesem Motto und meiner Vision im Hinterkopf bin ich nun täglich dabei, mir meinen Ausstieg aus diesem never-ending-Hamsterrad zu gestalten. Allein dieser Gedanke an den Ausstieg und die baldige Kündigung motiviert mich noch, täglich diese Arbeit zu verrichten.

    Jedem, der mit dem Gedanken an Aufhören und Kündigen spielt, kann ich nur dazu raten: Hört nicht auf euren Verstand, sondern auf euer Bauchgefühl. Ein zufriedenes, glückliches Leben kann ich nur erreichen, wenn ich u.a. einen Beruf/ Berufung habe, in der ich mich wohl fühle und womit ich mich identifizieren kann.

    Alles Gute an Alle!

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    1. Hallo Maike, ganz herzlichen Dank für dein Lob! Ich habe auch so ein Neuorientierung-Ding an einem Institut gemacht und fand es toll, wie einem dort die schulischen Scheuklappen einmal abgenommen wurden. Ich habe dann aber erst gehandelt, als sich meine Lebenssituation so verändert hatte, dass ich den Ausstieg finanziell und familiär abfedern konnte (also der Verstand sollte schon eine Rolle spielen 😉 ). Das war dann ein absoluter Befreiungsschlag. Jetzt bin ich 1,5 Jahre raus und habe das Gefühl, dass sich erst jetzt mein Körper und mein Geist langsam regeneriert hat und ich langsam alles hinter mir gelassen habe.
      Ich wünsche dir alles Gute und weiterhin guten Mut für deinen Neuanfang! Wenn ich das konnte wirst auch Du das packen! 🙂

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  29. Ich bin wirklich froh über diesen Artikel! Mir ist eigentlich seit dem Referendariat klar, dass ich diesen Beruf nicht bis zur Rente ausüben will. Ich muss dazu sagen, dass ich sowohl mein Studium als auch dementsprechend mein Ref mit Kind zu Ende gebracht habe. Ich fand es im Studium nicht schwer, Beides unter einen Hut zu bringen, aber im Referendariat war meine damals 1jährige Tochter dauerkrank. Gott sei Dank waren meine Eltern in der Nähe, so oft hätte ich gar nicht wegen Krankheit des Kindes beurlaubt werden können… Also habe ich nach einem Jahr Ref entschlossen, dieses für 1 Jahr zu unterbrechen, um erstmal zu gucken, dass es mit meiner Tochter gesundheitlich besser läuft und auch ich war gesundheitlich stark angeschlagen. In dieser Zeit war ich auch beim Arbeitsamt zur Berufsberatung, weil ich mir den ganzen Stress nicht mehr antun wollte. Aber da bekam ich nur die Antwort:“Also mit dem Studium sind sie so beruflich eingeschränkt, da können Sie nur Nachhilfe anbieten.“ Na, Toll, diese Antwort wollte ich sicher nicht hören. Und die Aussage, dass man nur mit dem ersten Staatsexamen was anderes bekommt, hat mich dazu getrieben, mit Bauchschmerzen das Referendariat wieder aufzunehmen. Ich dachte, wenn das beendet ist, wird es sicher besser. Das ist 8 Jahre her, seither hatte ich zusätzlich viele private Rückschläge, war dadurch oft krank, aber manchmal einfach auch nur, weil mir das mit der Schule zu viel wurde. Dieses ewige Hamsterrad: Aufstehen, Kind fertig machen und zum Kindergarten oder später zur Schule bringen, am besten von morgens 8 bis 16 Uhr Schule, Kind wieder abholen, Hausaufgaben, Haushalt, Einkaufen etc., Kind ins Bett und ab 20 Uhr wieder an den Schreibtisch… Teilweise 5 Korrekturlesen in der Oberstufe gehabt, inkl einem LK und dann noch 2 in der Mittelstufe, hieß also auch am WE an beiden Tagen von 8-12 und dann ab 20 Uhr an den Schreibtisch. Dann noch das Unverständnis von außen: Ach Lehrer, vormittags haben sie Recht und nachmittags frei und dann noch 12 Wochen Ferien… Dass Ferien aber nicht arbeitsfreie Zeit bedeutet, das ist vielen Nicht- Lehrern nicht klar. Immer wieder spiele ich mit dem Gedanken, aufzuhören und habe aber so viel Angst davor, was danach kommt… Wenn das Arbeitsamt einem ja schon so viel Mut macht, kommen immer wieder dir Gedanken hoch: wer will dich denn? Was kannst du denn? Mit fast 40 bist du zu alt!
    Ich sehe aber wirklich keinen Sinn in dem Beruf. Ich verstehe mich gut mit meinen Schülern und habe einen guten Draht zu ihnen, aber ich finde, es wird in den Klassen immer lauter und die Schüler subjektiv immer unmotivierter. Ich möchte nicht immer den ganzen Tag maßregeln müssen, zu Hause nur noch wenig Geduld für meine beiden Kinder aufbringen können und immer angespannt sein. Nie habe ich den Kopf frei, ständig denke ich, was ich noch zu tun habe.
    Gerade bin ich krank geschrieben und musste in meiner Abwesenheit eine Klausur schreiben lassen. Als ich die Klausuren abholen lassen wollte, weil ich ja von der SL aufgefordert wurde, diese zu korrigieren, waren die Klausuren nicht mehr in meinem Fach, aber mir wird unterstellt, dass ich diese doch hätte… Das ist doch absurd, dass ich die Klausuren hätte, aber vielleicht nicht korrigieren wollte oder dass ich sie hätte verschwinden lassen, damit handele ich mir ja nur Ärger ein. Das will ich trotz meiner Gedanken sicherlich nicht. Ich glaube auch nicht an die Tatsache, dass der „kleine“ Kollege xy die Klausuren hat verschwinden lassen. Ich denke eher, dass es jemand war, der höher steht und Interesse daran hat, mir zu schaden. Nur wie soll man das wieder beweisen??? Jetzt kam noch ein Schreiben, dass die Bezirksregierung mich nochmal zum Amtsarzt schicken will, weil sie an meiner Diensttauglichkeit zweifeln. Alles Dinge, die man nicht braucht, wenn man krank zu Hause ist und eh schon Sorge hat, was wird. Ich möchte aber kein Opfer des Systems werden und aus der Sache selbst aussteigen.
    Ich möchte gerne wieder einen Beruf machen, der mir Spaß macht, wo ich die meiste Zeit morgens guten Mutes hingehe, in dem man auch mal Erfolge hat. Und unter Erfolg verstehe ich jetzt nicht unbedingt, dass ich dir Karriereleiter ganz nach oben steigen möchte. Aber Erfolge in kleinen Dingen, wie Zuspruch, dass man sieht, dass man was geschafft hat. Wie oft habe ich meinen Unterricht super vorbereitet und dann funktioniert die Stunde nicht, weil das Wetter zu schön ist, oder vorher eine Arbeit geschrieben wurde oder weil sich eine Wespe in den Klassenraum verirrt hat… banal, oder?! Ist aber leider so und löst bei mir immer die Gedanken aus, dass ich total gefrustet bin, am liebsten meinen Kopf gegen die Wand schlagen würde ü d mich frage, Warum hast du dir so viel Arbeit gemacht? Es ist doch eh für die Katz und keiner dankt es dir.
    Meine Frage an dich ist nun, ob du von anderen Austeigern gehört hast, was sie nun beruflich machen, welche Perspektiven man noch hat. Ich meine, manchmal denke ich: es gibt so viele Berufe, so viele Möglichkeiten. Du hast ein Studium abgeschlossen, bist nicht auf den Kopf gefallen. Es wird sich doch irgendwas finden lassen. Ich muss nur dazu sagen, dass ich alleinerziehend mit zwei Kindern bin und leider nicht auf einen Partner als Stütze hoffen kann, aber ich will mich auch nicht mehr wie in einem selbsterbauten Gefängnis fühlen, aus dem es kein Entrinnen gibt…

    Über eine Antwort, die mir vielleicht weiterhilft, würde ich mich sehr freuen.

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    1. Hallo Momo,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Oh, wow, ich kriege direkt Beklemmungen, wenn ich deine Schilderung lese. Von der „verschlampten“ Klausur bis zu Wespe im Unterrichtsraum kenne ich das alles und es hat mich genau so ohnmächtig und frustriert gemacht. Allerdings war ich die meiste Zeit über alleinstehend und kinderlos, so dass man seinen Alltag entsprechend strukturieren konnte.
      Ich nehme an, du bist, wie ich, Geisteswissenschaftlerin? Die Naturwissenschaftler empfinden diese Beschränkung auf den Lehrberuf ja oft nicht so stark. Da habe ich einige erlebt, die an die Uni, in Labore oder irgendwelche Institute gegangen sind.
      Von den Leuten, die mir geschrieben haben, hatten die meisten auch keine Idee für Alternativen. Manche allerdings haben den Absprung gewagt und hatten dann absolut Lehrer-fremde Betätigungsfelder, die ihnen unheimlich Spaß machten. Z.B. ist jemand in die Gastronomie gegangen und hat mit Freunden ein Restaurant aufgemacht. Ich weiß von Leuten, die zur Lufthansa gegangen sind. Da soll es viele Lehrer-Wechsler geben. Ich kenne Leute in Buchverlagen, bei Fernseh- und Radiosendern (Medienstadt Köln…), die auf Lehramt studiert haben. Das Arbeitsamt bietet auch vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten an. Ich kenne jemanden, der einfach ausgestiegen ist, ohne etwas neues zu haben, und dann eine Weiterbildung zum Social Media Manager gemacht hat. Außerdem sollen Lehrer als Personaler und mit Mediatorenausbildung gefragt sein. Im Versicherungswesen kann ich mir Lehrer auch gut vorstellen (zumindest im Backend 😉 )
      Ich hatte überlegt, eine Ausbildung zum Kinder- und Jugendtherapeuten oder zum Kunsttherapeuten draufzusetzen. Nachhilfe habe ich übergangsweise viel gegeben, das war es auf Dauer auch nicht für mich. Wobei man sich andererseits mal wirklich one on one mit den Schülern und ihren Bedürfnissen auseinander setzen kann. Das ist wiederum sehr befriedigend. Ich kenne auch einen Aussteiger, der ein eigenes Nachhilfeinstitut aufgebaut hat. (Bei „Studienkreis“ oder Ähnliches würde ich nie anfangen, absolute Knebelei bei Hungerlohn.)
      Lernbegleitung für Förderschüler hätte ich mir auch vorstellen können. Man geht mit in die Schule und unterstützt im Unterricht. Oft machen das jedoch mehr oder weniger „Ungelernte“ und die Vergütung ist sicherlich recht mager. Lehrer an einer Schule für Kranke hatte ich auch mal ausgelotet. Finde ich auch interessant, gibt aber sehr wenig Stellen. Außerdem wenig Kontinuität bei den Schülern und einen großen Spagat zwischen verschiedenen Altersgruppen, Niveaus usw..
      Ich persönlich habe mich in den Jahren im Schuldienst viel mit Webdesign auseinandergesetzt und mache das jetzt nebenberuflich. Hauptsächlich leite ich mit meinem Partner ein mittelständiges Familienunternehmen. Das bestand aber schon „vor mir“, so dass ich einsteigen konnte. Das macht mir übrigens wahnsinnig viel Spaß und viele meiner „Skills“ und Erfahrungen aus dem Lehrberuf sind hier absolut von Vorteil. Meine Fächer liegen dadurch zwar mehr oder weniger brach, jedoch nicht alle anderen Dinge. Ich kann super organisieren, planen, kommunizieren, verwalten, kreativ sein, habe sehr viel Erfahrung mit Menschen. Das sind große Pluspunkte, die andere nicht mitbringen. Für mich persönlich ist die Selbständigkeit sehr attraktiv. Allerdings ist das natürlich gerade zu Anfang mit großen Unsicherheiten verbunden.
      Ich kenne alleinstehende Mütter, denen quasi gar nichts anderes übrig blieb, als sich selbständig zu machen, weil sie als Mutter niemand einstellen wollte. Da kenne ich eine „Homestagerin“, die eigentlich etwas ganz anderes gelernt hat.
      Oft geht es gar nicht um das Kerngeschäft, sondern die Fähigkeiten, die du mitbringst. Vielleicht liegt deine Zukunft in einem vollkommen anderen Arbeitsbereich, in dem du gut klar kommst weil du Multitasking perfektioniert hast, im Kontakt mit Menschen geübt bist, das Verwalten gewohnt bist, als Person gut ankommst. Etc.
      Ich würde auch ein professionelles Jobcoaching bzw. eine professionelle Berufsberatung mit Begabungsanalyse erwägen. Das hat mir sehr geholfen zu sehen, was ich eigentlich gerne und gut mache. Bei mir kam übrigens „Kulturmanagement“ dabei raus. Das ist im Grunde auch genau das, was ich in meinem jetzigen Unternehmen mache.

      Ich hoffe, du behältst den Mut und ich konnte dir vielleicht ein wenig helfen.
      Viele liebe Grüße und eine schöne Weihnachtszeit!

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  30. Hallo! Wollte nur sagen, dass es mir ähnlich geht…Sonderschullehrer seit 10 Jahren und seit diesem Schuljahr nun akut auf der Suche nach Veränderung…Der Job ist zwar einerseits anstrengend und fordernd – auch bedingt durch das totale Bildungschaos – mit der Zeit für mich leider auch immer langweiliger und irgendwie abstumpfend.
    Allerdings könnte ich mir auch noch einen Job innerhalb des „Systems“ vorstellen, ggf. auch Richtung Privatschule, an der ich meinen Beamtenstatus behalten kann oder am Regierungspräsidium… Ich bin mit Haus, Frau und Kind leider auch recht angebunden…Wäre ich jünger würde ich eh komplett auswandern…
    LG

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    1. Hallo Lämpel,

      ich stehe vor einer ähnlichen Situation, Seit 10 Jahren als Sonderpädagoge unterwegs. Nahtloser Übergang in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit und seit 1 1/2 Jahren im GL an einer Realschule tätig.
      Dann habe ich leztes Jahr im März eine Schule in Nordschweden von Innen gesehen und war gefesselt. Den Unterricht habe ich mir dann im Oktober für 4 Stunden angesehen. Und seither will ich, auch aus privaten Gründen (mein Freund ist Schwede und lebt dort) eigentlich nicht mehr an einer deutschen Schule, wie ich sie bisher kenne arbeiten.

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  31. Hallo,
    ich bin zwar kein Lehrer, aber Landesbeamte in NRW. Ich werde definitiv kuendigen und freue mich sehr darueber, endlich mal verstaendliche Informationen zum Thema Pensionsanspruch gefunden zu haben. DANKE
    Es ist zwar Schade, dass ein Grossteil verloren geht, aber das ist die freie Zunkunft wert.
    Danke und allen Zweiflern sowie Entschlossenen sei gesagt: Nur Mut.
    Geld ist nicht alles. Und wir leben unser Leben nur einmal. Fuer uns. Nicht fuer den Staat.

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    1. Welche Stelle hattest du denn als Landesbeamte inne? Ich hadere immer noch mit meiner Entscheidung, weil ich mit den beiden Kindern alleine bin, aber mir graut schon wieder vor Montag, wenn die Schule anfängt…
      Als was wirst du denn dann anfangen zu arbeiten, oder hast du dir noch keine Alternative gesucht? Es sind wirklich wenige, die aufhören, als Beamte zu arbeiten. Wenn man dann mal nach England schaut, dort sind die Lehrer nicht verbeamtet, da kündigen sie reihenweise, weil die Bedingungen sich so verschlechtert haben. Da denke ich mir auch, dass die Personen wahrscheinlich auch ein LA-Studium hinter sich haben und andere Jobs finden…
      Liebe Grüße

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      1. Hey, in England gibt es kein Lehramtsstudium in dem Sinne. Man studiert ganz normal ein Fach auf Bachelor/Master, Dann setzt man ein „Teacher Training“ drauf, so ne Art Referedariats Crashkurs. Dann kann man als angestellter Lehrer arbeiten. Im anglophonen Ausland unterrichtet man allerdings nur ein Fach und hat in der Regel den Schwerpunkt auf einer bestimmten Jahrgangsstufe, von der man dann mehrere Klassen parallel hat.
        Gerade dadurch, dass die Lehrerausbildung dort eher schmalspur ist, ist die Fixierung auf das Berufsbild nicht so groß, man wechsrlt leichter mal rein und raus. Da denken wir Deutschen deutlich mehr schwarz/weiß. Natürlich auch durch die Verbeamtung. lg

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      2. Hallo Maren,
        ich bin (noch) Finanzbeamte.
        Da mein Interesse schon immer auch im Bereich der Qualitaetssicherung lag, habe ich mich fuer diesen Berufszweig entschieden und bin nun in der Bewerbungsphase.
        Es stehen schon Bewerbungsgespraeche an und ich bin aufgeregt, begeistert und aengstlich zugleich.
        Das von Dir erwaehnte montagliche Grauen gibt mir jedoch Mut den Weg weiterzugehen.
        Zwischenzeitlich war ich krank geschrieben, weil ich mich mit Herzrhythmusstoerungen nicht mehr getraut habe einzuschlafen. Teilweise bin ich nach Luft schnappend aufgewacht.
        Laut meiner Aerztin uebrigens Stresssymptome die bei Frauen besonders stark auftreten.

        Habe ich manchmal Angst vor meiner eigenen Courage? Definitiv.

        Dennoch, jedes Mal wenn ich mit Traenen in den Augen von der Arbeit komme weiss ich, dass es richtig ist zu gehen.
        Mein Umfeld ist jetzt schon viel gluecklicher mit mir, weil ich nicht mehr so deprimiert bin. ICH bin insgesamt schon viel gluecklicher. Denn egal was kommt: „kein Beamtenverhaeltnis mehr“ ist nicht das Ende der Welt. Und neue Perspektiven entdecken und neue Wege gehen kann trotz aller Aufregung und Aengste befreiend sein.

        Ich wuensche Dir viel Kraft und eine erfolgreiche Zukunft

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  32. Hallo! 🙂
    Erstmal ganz herzlichen Dank, dass du deine Erfahrungen hier mit uns teilst!
    Sehr, sehr hilfreich!

    Ich denke auch daran, zu „kündigen“, aber aus anderen Beweggründen und das nur kurzfristig und solange, bis ich wieder eine neue verbeamtete Stelle habe.
    Hört sich ziemlich bescheuert an, daher vielleicht noch ein paar Hintergrundinfos:
    Ich bin verbeamtete Lehrerin an der Grundschule in NRW. Leider habe ich aber den großen Fehler begangen und habe eine Art sonderpädagogische Stelle angenommen. Dies hat leider weitreichende Folgen (die ich hier nicht alle erklären kann) für meinen Schulalltag und meine Arbeitsweise. Ich werde immer unzufriedener und unter diesen Bedingungen macht mir mein eigentlicher „Traumberuf“ keinen Spaß mehr.

    Die z.Zt. einzige Möglichkeit, da raus zu kommen und wieder als „normale“ Grundschullehrerin zu arbeiten ist eben die Kündigung und dann die Bewerbung auf eine neue Stelle ohne sonderpädagogischen Hintergrund.

    Meine größte Sorge ist (neben der erneuten Vorstellung beim Amtsarzt, aber das müsste hoffentlich klappen), der Verlust eines Teils der Pensionsansprüche.
    In dieses Thema muss ich mich allerdings noch einarbeiten.
    Wenn ich doch quasi – wenns gut läuft – direkt wieder eine Beamtenstelle habe, kann ich dann alle Ansprüche mitnehmen bzw. übertragen bekommen?

    Mit der privaten Krankenkasse das lässt sich sicher irgendwie regeln, die kann man ja auch kurzzeitig stilllegen.

    Es ist schon sehr risikobehaftet. Ich müsste ja zu einem Zeitpunkt kündigen, an dem ich noch nicht sicher weiß, ob weitere Stellen ausgeschrieben werden… Aber da zur Zeit so ein Lehrermangel herrscht, sind die Chancen doch nicht allzu schlecht, hoffe ich.

    Falls jemand noch Links oder Tipps hat, gerne her damit!
    LG
    Franzi

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    1. hallo Franzi, nach deinem Ausstieg aus der verbeamteten Beschäftigung wird es dir ganz regulär freigestellt, ob du deine Pensionsansprüche sofort in die Rentenkasse übertragen haben willst (dann mit Verlust), oder ob du dem bis zu zwei Jahre Aufschub gewähren möchtest. Der Aufschub soll gewährleisten, dass du bei einer neuen Beamtenstelle deine Pensionsansprüche voll übertragen bekommst. Sollte also kein Problem sein, wenn du innerhalb von 2 Jahren eine neue Verbeamtung antrittst.
      Viele liebe Grüße!

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      1. Vielen lieben Dank für deine Auskunft! 🙂
        Das hört sich ja schon mal gut an!
        Bevor ich kündige muss ich erstmal alles abklappern, was wichtig ist und mich genau informieren. Dein Blog ist wirklich sehr interessant zu lesen und eine gute Hilfe dabei!
        LG
        Franzi

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  33. Liebe Leute.
    Was für ein Glück, hier auf diesen blog gestoßen zu sein… Gerade zu einem Zeitpunkt, an dem in mir eine innere Entschlossenheit gereift ist, noch in diesem Jahr aus dem System rauszugehen.
    Ich habe mich, ähnlich wie eine andere Schreiberin weiter oben, ewig lang in einem hin und her erschöpft (Sicherheit versus Freiheit, wie es so viele hier beschrieben haben).

    Jetzt ist die große Frage, wie dieser Ausstieg nach vielen Berufsjahren auf integere und zugleich kluge Weise passieren kann. Es fehlt (mir) an Information, und da ich auch nicht in einer Lehrergewerkschaft organisiert bin/ war, gibt es auch keine Rechtsberatung, die wirklich in die Details geht,- sondern nur ein allgemeines Beratungsgespräch mit dem örtlichen Personalrat, – in meinem Fall nicht weiterführend.
    Ein Gespräch in der BA bestärkte nur die „Bedenken“ und ergab keinerlei Ermunterung (Hinweis aufs Alter, eingeschränkte Verwendbarkeit,- „Der Arbeitsmarkt wartet nicht gerade auf Menschen wie Sie“).

    Vielleicht gibt es ja hier jemanden, der sich mit der Situation in Ba-Wü auskennt. (Stichwort „Altersgeld“)
    Ist jemand diesen Weg schon gegangen und kann Erfahrungen mitteilen?

    Danke euch allen
    und vor allem der Bloggerin für ihre unermüdliche Bereitschaft, zu antworten….

    LG
    anacarina

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  34. Ich trage mich seit einiger Zeit mit dem Gedanken, wegen der oben oft genannten zunehmend schlechteren Bedingungen den Beamtenstatus und den Beruf als Lehrerin aufzugeben. Ich bin 58 und will lieber die Jahre, die mir vom Leben bleiben, nutzen, um zu reisen. Glücklicherweise kann ich auf eine Witwenrente zurückgreifen, die das Überleben halbwegs sichert, denn die dann sehr bescheidene Rente wird mir ja erst mit 66 gezahlt.
    Kennst jemand einen ähnlichen Fall wie den meinen und kann sagen, ob und wie so ein Ausstieg möglich ist? Könnte ich, wenn alle Stricke reißen, nach einem oder zwei Jahren wieder einsteigen?

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  35. Hallo liebe Textourette,
    danke für deinen Artikel und die lebendige Diskussion hier.. ich stehe auch ständig in Gedanken kurz vor dem Ausstieg, weil ich mich von vielen Aspekten der Arbeit sehr überfordert fühle und andererseits mich eigentlich im Leben noch in anderen Bereichen ausprobieren wollte. Leider habe ich auf meine Eltern und andere Leute gehört, die mich zum Referendariatsbeginn und danach vom Berufseinstieg überredet haben. Und jetzt fühle ich mich auch nach 3 Jahren im Job noch immer fremd, habe große innere Widerstände bei der Arbeit und hadere total damit.
    Nun eine Frage: ich habe kürzlich mit der Rechtsabteilung der GEW telefoniert und mir wurde gesagt, dass es eben nicht möglich sei, wieder als verbeamtete Lehrerin einzusteigen, wenn mir irgendwann im Leben danach sein sollte, und das selbst eine Tätigkeit als angestellte Lehrerin schwierig zu erreichen sei (im Wortlaut „selbst wenn Sie angestellt werden…“). Ich komme aus Hamburg. Ist es evtl. in unterschiedlichen Bundesländern unterschiedlich geregelt? Vielleicht meinte er ja auch, es sei eben „nicht üblich“, wieder eingestellt zu werden, aber rein rechtlich ist es noch eine andere Frage?
    Ich würde mich sehr über eine Einschätzung freuen.

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    1. Hallo,
      danke für dein nettes Feedback. Ich habe vom PhV NRW eindeutig und unmissverständlich die Auskunft, dass ich selbstverständlich wieder als Lehrer arbeiten kann. So lange ich die Kriterien erfülle und noch verbeamtet wird auch wieder als Beamter (Gott bewahre… 😉 ). Ob das in anderen Bundesländern anders ist, kann ich leider nicht sagen. Meiner Logik nach ist das aber sicherlich deutschlandweit eine Frage von Angebot und Nachfrage. Wenn der Lehrermangel anhält, was sich momentan ja abzeichnet, wären die doch blöd, fertig ausgebildete Lehrer nicht wieder zu beschäftigen. Egal ob verbeamtet oder angestellt.
      In NRW werden teilweise pädagogisch vollkommen unerfahrene Leute auf Feuerwehrstellen (Mutterschaftsvertretung, Langzeit-Krankheitsvertretung, etc.) und in Mangelfächer eingesetzt. Da stehen Studenten und Freiberufler oder sonstwie fachaffine Menschen vor Klassen. Ich habe ein paar Musiker-Freunde, die noch nie ne Uni von innen gesehen haben, aber aus reiner Not einen Musik-Lehrauftrag am örtlichen Gymnasium bekommen haben. Teilweise totale Chaoten, bei denen ich mich frage, wie da nicht sofort die Schulaufsicht auf der Matte stand. Da kann ich mir schlichtweg nicht vorstellen, dass man als fertiger Lehrer mit Berufserfahrung abgewiesen wird. Klar, mit einer Kombi wie Reli/Geschichte könnte es schwierig werden, weil z.B. kein Bedarf besteht. Aber mit örtlicher Flexibilität und etwas Beharrlichkeit muss doch was drin sein. Man muss ja auch gar nicht an eine normale Schule, sondern kann in die Erwachsenenbildung oder Berufskolleg oder sonstiges im Bildungssektor.
      Ich würde mir da nicht zu große Gedanken machen. Mit aller Wahrscheinlichkeit würdest du dich nach einem Ausstieg ohnehin umorientieren, so dass sich die Schulfrage dir gar nicht mehr stellt.
      Viele liebe Grüße

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  36. Hallo,
    vielen Dank für die Rückmeldung. Tja, eigentlich hatte ich schon immer die Vorstellung, eben Lehrerin zu werden. Nur hatte ich mir natürlich nie vorgestellt, dass ich einerseits so überfordert sein würde, und andererseits dass z.B. in der Ausbildung ein solcher Druck ausgeübt werden würde. Daher verändert es die Entscheidung doch noch einmal, wenn es heißt, ich kann nie mehr zurückkehren. Das ist alles echt nicht leicht.
    Liebe Grüße!

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    1. Da würde ich mich aber noch mal an anderer Stelle informieren. Ich gehe davon aus, dass die GEW das spekuliert hat, dass danach die Beschäftigungschancen so schlecht sein sollen. Man ist ja schließlich kein Schwerverbrecher!
      Abgesehen davon, meinst du, in 10 Jahren hat sich deine Einstellung zu dem Beruf (und die Belastung im Beruf) so grundlegend verändert, dass du dich wieder frohen Mutes in eine Verbeamtung stürzen wollen würdest? Dann steht man doch wieder vor der gleichen Zwickmühle mit der Altersvorsorge.

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  37. Liebe textourette,
    ich habe diesen Blog bereits im November kommentiert und jetzt ist mein Beschluss zur Kündigung konkret geworden. Ich verlasse das System Schule jedoch nicht komplett, sondern habe eine neue Stelle an einer alternativen, freien Schule und bin wirklich sehr gespannt, ob mir der Beruf dort wieder richtig Spaß macht. Dazu werde ich wieder posten!
    Ich hätte da nochmal eine Frage: hast du zum Abschluss deiner Zeit als Beamtin noch irgendeine Beurteilung oder Bescheinigung über deine Arbeit bekommen, so eine Art Zeugnis?

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    1. Hi Kathi, das freut mich und ich wünsche alles Gute! Die Frage nach der Beurteilung kann ich ganz leicht beantworten: nöö. Wenn ich eine bei der Schulleitung eingefordert hätte, hätte es wahrscheinlich so ausgesehen, dass ich sie selbst verfasse und die Schulleitung dann schaut ob sie das so abnicken kann und unterschreibt. Aber da in der Phase gerade enorm schlechte Stimmung war weil die Schulleitung gerade abgesägt wurde, habe ich mich gar nicht erst getraut, das anzusprechen…

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    2. Hallo Kathi,

      ich bin auf dein Post gestoßen, weil ich eine ähnliche Idee habe, ich bin auch unzufrieden an meiner Schule, liebäugle aber auch mit einer Ersatzschule. Da wäre mal nach einem halben Jahr in einem beamtenähnlichen Verhältnis!
      Bezüglich der Berwerbung: Hast du dich trotz Beamtenstelle einfach beworben, also „darf“ man das?

      Liebe Grüße,
      Mia

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      1. Hallo Mia,
        du darfst dich nur nicht in einem anderen Bundesland für eine Beamtenstelle bewerben, während du in einem Beamtenverhältnis bist, aber sonst darf man sich bewerben. Das wäre ja auch sonst wirklich heftig, wenn man erst seine Stelle kündigen muss ohne zu wissen, wie es weiter geht (zumal man ja kein ALGI bekommt…). Viel Erfolg und lass mal hören, wie es dir ergangen ist! Bist du auch in der Fb-Gruppe „Lehrer auf Abwegen“?

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  38. Liebe textourette, Hut ab vor der Entscheidung und auch bezüglich des speziellen Wissens, das du hier mit Einfühlungsvermögen und Sachverstand weitergibst. Vielen Dank dafür. Ich selbst bin 50 Jahre alt und mit einer Vollzeitstelle als Grundschullehrer beschäftigt, gehöre zu denen, die die Folgen der „veränderten Kindheit und Kinder“ täglich im Unterricht zu spüren bekommen und nicht mehr durch den Einsatz ihrer eigenen Lebenszeit kompensieren möchten. Denn letztlich ist jede Bezahlung eine Entgelt für den Einsatz der Lebenszeit. Je mehr Stress damit verbunden ist, desto eher sollte man diesen Einsatz hinterfragen. Genau das tue ich, obwohl ich ausgesprochen gerne unterrichtet habe und dies unter anderen Voraussetzungen auch noch tun würde. Ein Ausscheiden kommt für mich wg. meines Alters nicht in Frage, aber ich halte noch bis 2020 durch, habe dann ein Sabbatjahr und werde mich anschließend aus familiären Gründen freistellen lassen. Rein rechnerisch müsste das dann bis zum Alter von 66 1/2 Jahren möglich sein, also bis zur Pensionierung. Ich möchte aber auch noch die Möglichkeit haben, freiberuflich zu arbeiten, und wie ich das sehe, beißt sich das mit der Freistellung…Hier ist mir noch keine Lösung in Sicht. Wie gesagt, eine Kündigung als Beamter ist mit dann 53 Jahren von der Pension her unsinnig… Was ich aber als Anregung an jüngere Kollegen einbringen möchte, ist a) der Auslandsschuldienst b) eine Freistellung für ein weiteres Studium – habe hier keine Erfahrungen, aber schon in Gesprächen erfahren, dass a) sehr interessant ist und b) vor Jahren möglich war (aktuell ???). Allen hier wünsche ich viel Spaß bei der Arbeit, die jeder gerne macht !

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  39. Hallo,
    ich habe Deinen Blog vor einiger Zeit entdeckt und war wie viele derer, die hier kommentiert haben, so froh, von Menschen zu lesen, die ähnlich über ihr Dasein als Lehrer denken und fühlen. Vielen Dank für die Möglichkeit des Austausches hier.
    Ich gehe seit sieben Jahren durch Höhen und Tiefen dieses Berufes und kann mich wie else in vielen Aspekten dieses Berufes nicht wiederfinden. Bedaure dies allerdings auch teilweise, weil es eben auch freudvolle Momente gibt, schöne Unterrichtsstunden mit positiven feedbacks von aktiven, freundlichen Schülern. Das und diese Schüler werde ich vermissen
    Dennoch überwiegen die Momente des Unwohlgefühls, des Überfordertseins in vollen Klassen mit mehreren Schülern, die meine ganze Aufmerksamkeit bräuchten und denen, denen ich diese Aufmerksamkeit, weil sie sich angepasst verhalten und gut im Fach sind, nicht geben kann, um sie voranzubringen. Offene Respektlosigkeiten, Distanzlosigkeiten von Seiten einiger (eher weniger, dennoch:) Schüler erschweren den Schulalltag außerdem. Es werden immer wieder Aufgaben auf uns gehäuft und das ist eine Last, die man oft menschlich nicht mehr aushalten kann. Die letzte Aufhäufung ist die, dass die sächsische Bildungsempfehlung keinen bindenden Wert mehr hat. Wie wird das gelöst? Die Gymnasiallehrer haben die Aufnahmeprüfungen, die nun eingeführt werden (um nur das zu wiederholen, was die Grundschule in ihrer Empfehlung schon aussprach) zu korrigieren. Die LehrerInnen sind das letzte Glied einer Entscheidungskette und tragen somit eben diese ganze Last, die größer wird und auf der anderen Seite gibt es keine Entlastung. Es kommt immer nur hinzu … Wenn man dennoch einen großen Wert auf eine gute Unterrichtsvorbereitung und -durchführung legt, zieht man den Kürzeren.
    Meine Entscheidung, dem Schuldienst den Rücken zu kehren, wird immer fester und meine Gesundheit hat auch ihre Meinung dazu …
    Nun habe ich vor dem Studium einen Beruf erlernt und bin nach vielen Jahren dabei, mich dort wieder fit zu machen und arbeite einige wenige Stunden nebenberuflich. Es macht Freude und ich sehe es fast gar nicht als Arbeit im Gegensatz zum Lehrerdasein. Welch ein Unterschied! Sehr wahrscheinlich werde ich mich bald ganz auf diesen Beruf konzentrieren, auch wenn er finanziell bei Weitem nicht so lukrativ ist wie der der Lehrerin. Ich habe inzwischen einige Menschen getroffen, die das sehr unterstützen. Die meisten aber bringen zuallererst den finanziellen Aspekt an und ich gebe zu, dass mich das immer wieder zweifeln lässt.
    Ich komme dennoch zu dem Schluss, dass Zufriedenheit und frohe Lebenszeit, von der Tom oben schrieb, das wichtigste für mich sind. Hoffentlich habe ich den Mut und ich wünsche den Mut allen, die als Lehrer nicht klarkommen und einen Weg, aus dem System Schule auszusteigen.
    Ich freue mich auf weitere Stimmen hier und nochmals Danke. Es tut so gut, Gleichgesinnte zu hören.

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    1. Liebe Textourette,
      schön, dass es dich und deine Erfahrungen zum Ausstieg aus dem Schuldienst gibt!!!!
      Und auch euch anderen fleißigen Kommentatoren vielen Dank!!
      Ich werde später im Jahr ein bisschen was zu meinem Ausstiegsweg berichten, brauche jetzt aber erstmal konkrete Formulierungshilfe von dir liebe Textourette.
      Kannst du mir beim Inhalt meines Antrags auf Entlassung aus dem Schuldienst weiterhelfen?
      Als ich versucht habe Infos von den beiden Gewerkschaften zu bekommen, war die Kommunikation beendet, sobald ich mich als Nicht-Mitglied geoutet hatte.
      Was hast du im Fließtext geschrieben?
      Hast du deinen Antrag nur an die Schulleitung geschickt oder gleichzeitig auch an das Schulamt und das Regierungspräsidium?
      Sobald ich da weiter weiß, ist Baden-Württemberg um eine freie Lehrerstelle reicher…
      Allen Ausstiegsüberlegerinnen: Bleib dir treu!
      Und dir liebe Textourette allerbesten Dank!!!!!

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      1. Hi Nici, die Kündigung muss auf dem Dienstweg erfolgen, zumindest in NRW. Konkret heißt das, Adressat ist die Bezirksregierung und das Dezernat, das auch sonst immer für dich zuständig ist. Allerdings schickst du den Brief nicht selbst da hin, sondern eben auf dem Dienstweg, also über die Schulleitung. Ich habe den Brief bei der Schulleitung abgegeben und die leitet ihn dann weiter. (Das ist allerdings ein Gefühl von Kontrollverlust, denn es gibt ja durchaus linke Schulleitungen, die das vielleicht zu spät weiterleiten oder schlimmeres…). Hat aber geklappt.
        Beim Anschreiben habe ich mich auf einen Satz beschränkt:

        Sehr geehrte …,

        hiermit beantrage ich in Absprache mit der Schulleitung des XY-Gymnasiums in Z. meine Entlassung aus dem Beamtenverhältnis zum xx.xx.xxxx.

        Mit freundlichen Grüßen, …

        War vollkommen ausreichend. Wie gesagt, adressiert an meine Standard Sachbearbeiterin bei der Bezirksregierung.
        Gratulation zum Entschluss! Tschakkaaaaaa! 😀 Berichte mal, wie’s war!
        Viele Grüße

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      2. Liebe Nici,
        es würde mich sehr freuen, dann zu erfahren, wie es dir ergangen ist! Ich selbst trage mich ebenfalls mit dem Gedanken auszusteigen (auch in Baden-Württemberg). Was ich bisher in Erfahrung bringen konnte ist, dass du – je nachdem, wann du eingestellt wurdest – VOR deinem Entlassungsantrag gegebenenfalls das „Altersgeld“ beantragen solltest, da du ansonsten stattdessen nachversichert wirst, was meines Wissens nach deutlich negativer ausfallen würde.

        Liebe textourette und all die anderen,
        vielen Dank für all eure Berichte!!! 🙂

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      3. Liebe Sarah,
        verbindlichsten Dank für deinen Tipp!!!!
        Und wie es bei mir dann dermaleinst gelaufen ist, werde ich euch allen mitteilen.
        Bis denne!

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      4. Hallo Nici,
        Wenn du verbeamtet bist und das auch schon vor dem 01.01.2011 warst, dann würde ich den Antrag auf die Altersgeldregelung gleich in die Kündigung mitschreiben. Wie Sarah ja richtig sagt, ist die Frist da begrenzt. Also Textourettes schlanken Satz um die ebenfalls schlanken Sätze erweitern:
        „Weiter beantrage ich die Inanspruchnahme der Altersgeldregelung. Bitte informieren Sie mich über den weiteren Verfahrensablauf“ oder ähnliches.
        Natürlich auch unbedingt proaktiv informieren ob das in BaWü so passt. Für mich gilt die Bundesaltersgeldregelung, die ist ähnlich aber nicht gleich. Wichtig ist das der Antrag vor der Entlassung aus dem Beamtenverhältnis abgegeben wird. Das ist bei euch genauso. Wenn du nach dem 01.01.2011 verbeamtet wurdest, oder angestellt bis, dann brauchst du das nicht.
        Für Bawü mehr dazu unter https://lbv.landbw.de/-/altersgeld. Aber kennst du ja wahrscheinlich alles, wenn es dich betrifft.
        Viel Glück!

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      5. Hallo Ly,
        heißen Dank für die Textfloskel und den Link!!!
        Ehrlich: Ich kenne mich mit diesen Formalitäten so gar nicht aus, weil ich es oft gar nicht checke, ob mich was betrifft oder nicht. Und vieles habe ich auch nicht gefunden, weil ich nicht wussste, dass ich danach suchen muss.
        Die Gewerkschaften haben mir als Nicht-Mitglied ja nicht wirklich weitergeholfen…
        Ich lass es dich und euch alle wissen, wie´s weiterging.
        So long!

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      6. Guten Abend, ich bin mir bewusst, dass das evtl. „halbherzig“ oder „abtrünnig“ klingen mag, möchte aber mal einen „Gegenpol“ bilden: Weiter oben stand zu lesen, dass der Stress mit einem Schulwechsel vor sieben Jahren begann… Vielleicht ist es für so manchen hier demnach doch auch erstmal eine Möglichkeit, nochmal und nochmal die Schule zu wechseln, bevor der Beamtenstatus gänzlich aufgegeben wird. Es gibt natürlich durchaus große Unterschiede, und vielleicht kann man „sein Glück“ auf einer Mini-Dorfschule finden, die man auch noch leitet (zur Klarstelltung: Mein Glück wäre das nicht, aber wir Menschen sind verschieden). Oder aber vielleicht im Auslandsschuldienst… Klar, das muss überhaupt nicht zutreffen, aber es muss auch nicht zwangsläufig zutreffen, dass das Glück in einem anderen Berufsfeld wartet. Ich bin mir genau bewusst, welchen Aufwand und welches Risiko ich selbst betreiben müsste,wenn ich mein jetziges Gehalt „aufkündige“ und mich anders orientiere, um das gleiche Gehalt zu erlangen. Dabei brauche ich das nicht, denn Ich kann es mir sogar (locker) leisten, nichts mehr zu verdienen, aber damit bin ich die Ausnahme, und die wirtschaftliche Seite ist gerade für junge Menschen nicht zu unterschätzen.
        Bitte fühlt euch nicht „verraten“ in eurem Bestreben, denn auch ich sehe das Schul- und Beamtensystem sehr kritisch, aber mit nunmehr 50 Jahren bin ich Realist genug, um zu wissen, dass nicht jeder „andere“ oder „neue“ Weg die „Erfüllung“ bringen muss. Und es gibt meiner Meinung wirklich auch Schulen, die dem System wenigstens so weit trotzen, dass man sich zumindest „etwas wohler“ fühlen kann.
        Gleich wie, alles Gute, ich finde es sehr interessant, den Beiträgen hier zu folgen.

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  40. Hallo textourette – Hallo Ihr,
    es ist sehr tröstlich, eure Beiträge zu lesen. Hätte ich gewusst, was das Beamtentum für ein Knast bedeutet, hätte ich mich nie darauf eingelassen! Der Wahn begann vor 7 Jahren mit einem Schulwechsel (zuvor die Schule war ein wahrer Wohlfühlort, hätte nicht gedacht, dass es soviel Irrsinn an Schulen gibt). An der damalig neuen Schule waren 50% der Lehrer immer krank – viele Bleichgesichter um mich herum, ca 70% hatten einen Versetzungsantrag schon vergeblich seit Jahren laufen …ich wusste: das tue ich mir nicht an! Das Schulamt wollte noch Informationen von mir haben, … da Eltern schon beim Ministerium Schlange standen. Und sagte, sie würden sich darum kümmern, dass ich wechseln könnte. Und dann, in den Sommerferien verleugnete sich der Sachbearbeiter, ging einfach nicht mehr ans Telefon. Ich war damals noch so naiv – und war schockiert über diese mafiöse Art! Ich ging nicht mehr an die Schule zurück – sondern in die Krankheit. Ich fiel 1/2 Jahr aus, todunglücklich – weil ich ja meinen Beruf an meiner vorhergehenden Schule liebte und da sehr glücklich war. Und dann ging der Schlamassel weiter – trotzdem war ich da noch sehr selbstbewusst und forderte regelrecht eine ordentliche Stelle. Nach einer Wiedereingliederung an meiner Wunschschule wurde ich gegen meinen ausdrücklichen Willen!!! auf eine Schulleiterstelle einer anderen Schulform gesetzt. Im Rückblick ging es mir da von den Strukturen ganz gut – nur wollte ich ja nichts mit dem Schulamt zu tun haben – sondern einfach als Lehrer arbeiten. Freigabe bekam ich seit Jahren nicht, weil ich naturwissenschaftliche Fächer unterrichte, die sehr gefragt waren. Also musste ich 1 Jahr Schulleitung durchstehen – bis ich dann einer normalen Schule eingesetzt wurde, die gewollt weiter von meinem Wohnort war. (Irgendwie war mir alles sehr peinlich und ICH schämte für alles). Leider blieb ich dann im Bundesland, und fand dann nun folgendes Schule ein regelrechtes Grauen. Hierarchisch verkrustete Strukturen wie in der Nachkriegszeit – Lehrer, die sich duckten und unterdrückt wurden, Ellenbogen – Konkurrenz, bei Krankmeldung am Telefon Beleidigungen, Kränkungen von unfähigen Leitungspersonen – wenigstens war der Schulablauf ordentlich strukturiert. Ich habe direkt im 1. Jahr wieder ein Versetzungsantrag gestellt! Es ist für mich absurd, zu bleiben, wo ich nicht glücklich bin. Dachte mir, 3 Jahre muss ich nun ausharren. Bin nun dass 4. Jahr dort! Die letzten 7 Jahre waren ein einziger Spießrutenlauf …. mit Wohnungswechsel…. Ich wollte beim ersten fatalen Schulwechsel schon das Beamtenverhältnis kündigen – es hatte mir noch nie viel bedeutet – und TROTZDEM hörte ich da auf meine Umgebung. Zur Zeit habe die Stunden gekürzt, habe lange Anfahrten (87 km) und arbeite 1-2 Stunden die Woche in einem Gesundheitszentrum – für mich ein paradiesischer Ausgleich, weil mir die Leute da so normal erscheinen. Und immer wieder die Frage, wie komme ich da raus? Lohnt sich das mit 47 überhaupt noch. Pensionsansprüche habe ich ‚mal berechnet – bei Teilzeit ist das gar nicht so viel! Ich muss sagen, mittlerweile 4 Jahre im Job auszuhalten – das macht sich körperlich und auch psychisch schon bemerkbar. Da ich ja ein Kind der Freiheit und des Handelns bin, habe ich auch schon Lehrergesundheit eingeschaltet. Bringt nicht viel – außer „man solle krank machen“. Personalrat fällt einem in den Rücken – man wird behandelt wie ein Fahnenflüchtling. Momentan bemühe ich mich um Stille – man könnte auch sagen, ich verstumme etwas. Es ist so ein Irrsinn – nicht wegzukönnen, gehalten zu werden… niemand kann man auf Schmerzensgeld verklagen. Ich suche nach einem way out – ich würde gerne noch ‚mal was anderes leben und komme auf keinen grünen Trichter ….
    Wisst Ihr einen Rat?
    Ich hoffe – meine Geschichte war nicht zu langatmig, gerne ein feedback und finde diesen Austausch hier klasse. Alles Liebe…

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    1. Hallo liebe Anabel,
      männo, dass sind ja echt deftige Zustände!!
      Was arbeitest du denn an dem Gesundheitszentrum? Wäre eine berufsbegleitende zweite Ausbildung vielleicht ein Weg aus dem Grauen? Dann müsstest du dich vielleicht mit dem Gedanken der Selbständigkeit anfreunden. Aber du bist doch ein Kind der Freiheit und des Handelns…
      Ich habe eine Ausbildung zur Theaterpädagogin (BuT) gemacht. Das soll jetzt mein Arbeitsfeld sein, bin allerdings noch am Aufbauen.
      Schau dich mal um! Es gibt sicher auch verlockende Möglichkeiten für dich.
      Trau dich und hab Spaß dabei!

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  41. Liebe textourette, liebe Blogleser- und schreiber,
    zunächst möchte ich sagen, dass ich den verständnisvollen und freundlichen Ton in diesem Blog schätze und nicht für selbstverständlich halte. Ich las neulich in einem Blog zu diesem unseren Thema und nach einigen Einträgen wurde der Ton aggressiv. Also auch, wenn einer hier eine andere Meinung vertritt, wird er nicht ausgebuht. Das finde ich sehr gut. Wir hier zusammen würden vielleicht ne gute Schule machen 😉
    Und ich möchte danke sagen. Ohne Eure Stimmen hier hätte ich vielleicht noch nicht den Mut gehabt auszusteigen. Aber nun habe ich mit allen Verantwortlichen gesprochen und es geht los … Ich bin aufgeregt und motiviert in ein neues Leben zu starten … da wartet noch so viel. Endlich Freiheit. Als Angestellte ist es bei mir organisatorisch nicht so schwer auszusteigen, aber die finanzielle Unsicherheit, die auf mich wartet, ist natürlich vergleichbar. Dennoch, Leute, wir sind gut ausgebildet, haben so viele Erfahrungen bisher gesammelt. Ich denke, die Schule ist auch ne harte Schule für uns gewesen und hat uns einiges gelehrt und uns gewappnet, gut durch’s Leben zu kommen.
    Alles Gute und nur Mut!

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  42. Liebe textourette!
    Ich bin so froh, dass es deinen Blog gibt! Nach den Osterferien werde ich meine Entlassung beantragen und deine Informationen haben meine Entscheidung zu diesem Schritt vereinfacht! Ich bin jetzt seit 19 Jahren Lehrerin. Es reicht! Die Freiheit ruft! Seit ungefähr einem Jahr lese ich immer wieder in deinem Blog. Immer wieder hat er mich ermutigt. Jetzt mache ich es wahr und gehe!
    LG an dich und alle Gleichgesinnten, die diesen wahrlich nicht einfachen Schritt gehen!

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    1. Wow, Anni! Das hört sich aber toll an! Vielen lieben Dank für dein Lob! Es freut mich unheimlich, dass dir dieser Blog eine Unterstützung sein konnte. Das ist schon verrückt, da tippt man seinen Frust und Gedankensalat ins Internet, und dann entsteht daraus so ein toller Thread mit vielen Gleichgesinnten 🙂
      Ich wünsche dir viel Mut, Erfolg und alles Gute! Berichte mal von deinen Erfahrungen, auch gerne als Gastartikel bei mir. Es gibt offenbar sehr viele, die das Interessiert und weiter bringt.
      Ganz liebe Grüße!

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  43. Hallo zusammen,

    gibt es irgendjemand der das Bundesland gewechselt hat, in erstem Bundesland gekündigt hat und dann in dem neuen wieder verbeamtet wurde?

    Falls ja wäre ich für Erfahrungen bei der wieder Verbeamtung SEHR dankbar!

    P.S. Darf das neue Bundesland eigentlich die Verbeamtung nicht zulassen NUR weil man schon einmal eins „gekündigt“ hat?

    Danke Euch schon im Voraus!
    LG
    Melanie

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  44. Hallo!

    Toller Beitrag, sehr informativ und motivierend.
    Meine Frage geht in eine ähnliche Richtung wie die von Melanie, bzw. würde ich gerne wissen: Wenn ich meine Entlassung z.B. für September schon im März beantrage, bekomme ich dann etwas schriftlich, das mir bestätigt, dass ich ab September keine Beamtin mehr im aktuellen Bundesland bin. Praktisch etwas, das ich einer Bewerbung für ne Beamtenstelle im anderen BL beifügen könnte? Normalerweise braucht man ja diese Freigabeerklärung, aber wenn man die nicht hat…eine Art Kündigungsbescheid?

    Danke schon mal!

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  45. Hallo,

    (1) vielen lieben Dank für diese tolle Seite und vielen lieben Dank an alle Kolleginnen und Kollegen, die sich die Mühe gemacht haben, hier ihre jeweilige Geschichte zu erzählen.
    Diese Seite hat mich in der Entscheidungsfindung sehr unterstützt.

    (2) ich habe im April meine Entlassungsurkunde erhalten.
    (Bundesland SH, Fächer Mathematik und Physik).
    Meine Schulleitung hat mir diese sogar vorgelesen 🙂

    Ich habe als Diplomphysiker zwei Jahre lang das Referendariat für Seiteneinsteiger in SH gemacht.
    Danach wurde ich zuerst auf Probe, dann auf Lebenszeit verbeamtet.

    Am 31.07.2017 endet meine Karriere als Beamter.

    All denjenigen, die nun wissen wollen wie es mir damit geht, kann ich nur sagen, es fühlt sich fantastisch an.

    Ich habe während meines Lebens eine tolle Ausbildung genossen (vor und während meiner Zeit als Beamter) und ich habe Vertrauen in mich und meine Fähigkeiten.
    Ich liebe meine Arbeit und werde diese an anderer Stelle fortsetzen.
    Ein Stelle von der ich hoffe und glaube, dass Wertschätzung, Leistungsanerkennung und zwischenmenschliche Kommunikation keine Fremdworte sind.

    Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern dieser Seite Mut und klare Sicht beim Abwägen der Vor- und Nachteile.

    Ein Kollge aus dem Norden

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    1. Hallo, auch ich habe lange nach so einer Seite gesucht. Ich bin seit 19 Jahren Bundesbeamtin und arbeite seit ca. 13 Jahren nur noch im Büro. Diese Arbeit hat mich krank gemacht, mehrere längere Krankschreibungen, Burnout usw. sind die Folge. Alle Bestrebungen etwas anderes, interessanteres machen zu wollen, blieben leider erfolglos. Antworten wie, wenn wir Ihnen das genehmigen, wollen das andere Kollegen auch; Sie haben hier einen festen Dienstposten usw. All diese immer wiederkehrenden Aussagen haben mich dazu bewogen, mich außerhalb meiner Verwaltung umzusehen. Da ich auch nicht mehr die Jüngste bin(noch 47) habe ich mich in der Verwaltung meines Landkreises beworben und siehe da, Einladung zum Vorstellungsgespräch und tada…Frau S. wir möchten Sie gern einstellen. Ich konnte es erst gar nicht glauben, dass ich die Auserwählte sein soll. Nach einer Nacht drüber schlafen, habe ich dann doch kalte Füße bekommen und abgesagt. Meine Gründe waren, 1. kein Beamter mehr und 2. eine Gehaltsstufe niedriger. Das war ein Grund zuviel. Nun hat genau diese Verwaltung wieder zwei interessante Stellen ausgeschrieben und ich habe mich mit vielen Freunden, Bekannten und ausgewählten Arbeitskollegen unterhalten und sie um Rat gebeten. Die Meisten waren der Meinung ich sollte es machen, weil sie alle der Meinung sind, wenn die Arbeit keinen Spaß macht, sollte man sich etwas anderes suchen. Einige rieten wegen der späteren Pension ab (Dank des Gesetzes von 2013 ist das ja geklärt). So und nun habe ich es gewagt. Meine Bewerbung ist heute raus gegangen. Ich fühle mich sehr gut und hoffe nun darauf, dass ich in die engere Auswahl komme. Nun weiß ich nicht, wie die Verfahrensweise ist. Einige Leute sagten, man muss nichts machen, sobald man woanders einen Arbeitsvertrag unterschreibt, scheidet man automatisch aus dem Beamtenverhältnis aus. Andere sagen oder schreiben, man muss 3 Monate vorher einen formlosen Antrag auf Entlassung schreiben. Die Frage ist ja, wenn ich, sagen wir im Juli zum Vorstellungsgespräch eingeladen werde und zum 01.08.2017 die neue Stelle antreten soll, geht das mit den 3 Monaten nicht. Gibt es hier Jemanden, der damit Erfahrung hat?
      Zum Abschluss wollte ich noch etwas sagen. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben hier jemals wegzukommen und an mir gezweifelt, doch die erste Zusage hat mir gezeigt, dass ich mich auch mit 47 Jahren noch ganz gut verkaufen kann und wenn man sich verändern möchte, muss man auch das ein oder andere Opfer bringen.

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      1. Liebe Mona,
        herzlichen Glückwunsch zu deinem Willen etwas zu verändern. Ich hab erst letzte Woche wieder gehört: „Ich hab jetzt hier noch 17 Jahre, die sitze ich auf einer Arschbacke ab!“ 17 Jahre was für eine lange Zeit, wie viel könnte man da machen!

        Ich bin auch Bundesbeamter und hab zum Herbst gekündigt.
        Der einschlägige Paragraf ist für dich der §33 BBG

        http://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__33.html

        Da steht drinnen, dass sie dich so lange halten können bis die Beamtin oder der beamte die ihr oder ihm übertragenen Aufgaben ordnungsgemäß erledigt hat, längstens drei Monate.
        Heißt sie müssen begründen warum du unabkömmlich bist. Ansonsten kann das ratz fatz gehen. Bei mir hieß es das Schriftliche dauert 4-6 Wochen. Aber wenn es geeilt hätte, dann wäre das auch schneller gegangen.

        Den „Beamtenklau“, (gleiche Quelle aber §31 I 2) den du ja auch angesprochen hast, machen sie glaube ich nicht mehr so gerne. Also dass du von einem Dienstherren ernannt wirst und dann automatisch dein anderes Beamtenverhältnis erlischt. Ich glaub da gabs mal irgendeine Übereinkunft, dass das nicht mehr gemacht werden soll. Aber da kenne ich mich jetzt nicht aus.

        Ich sag mal so, wenn deine Kommune / Landkreis dich haben will, dann werden sie auch einen Monat warten. Dafür sparen sie sich die Einarbeitungszeit, weil du das ganze Verwaltungszeugs ja schon drauf hast. An der Stelle würde ich mir überhaupt keine Gedanken machen.

        Ich wünsch dir viel Erfolg!

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  46. Hallo,
    ich habe auch lange gebraucht, um diesen Blog zu finden, da es im Netz fast nichts darüber gibt.
    Ich bin seit 15 Jahren Bundesbeamtin (keine Lehrerin) und habe eigentlich schon innerlich gekündigt. Für unseren Dienst sind wir nur eine Zahl auf einem Blatt Papier. Persönliche Belange intetessieren niemanden.
    (Be-)Förderung und Motivation gehen gen Null.
    Hauptsache das Qualitätsmanagement passt, egal ob es völliger Quatsch ist.
    Die eigentliche Arbeit, für die man diesen Beruf erlernt hat, wird zur Nebensache und die Bürokratie rückt in den Vordergrund.
    Die Kollegen drehen hohl und werden psychisch oder physisch krank. Und mit denen muss man dann auch noch klarkommen.

    Meine Idee ist, nebenbei erst einmal ein Gewerbe / Kleingewerbe zu gründen, um nicht von heute auf morgen kündigen zu müssen.
    Hat jemand Erfahrung bei der Bewilligung eines Gewerbes? Wird es überhaupt genehmigt? Was muss ich einhalten?

    Schöne Grüße
    Jessica

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    1. Auf alle Fragen bezüglich Freiberuflichkeit bzw. Selbständigkeit erhältst umfassende Antworten in einem so genannten Existenzgründerseminar. Such dir eins, das möglichst lange dauert, Kurzangebote sind meistens nicht seriös. Diese Seminare werden von der Bafa mitfinanziert, mein dreitägiges Angebot hat läppische 40€ gekostet, die beste Investition für meine Freiberuflichkeit! Viel Erfolg:)

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  47. Ich hab mir jetzt nicht alle Kommentare durchgelesen, daher hier ein kurzer Kommentar, der uns „Aussteigern“ vielleicht weiterhilft. In NRW ist 2013 im Landtag ein Antrag auf Altersgeld gestellt worden (wer und wie weiß ich gerade nicht mehr…). Altersgeld gibt es meines Wissens nicht nur für Bundesbeamte sondern auch für Beamte in vier Ländern. Damit soll Beamten der Ausstieg erleichtert und das Beamtentum für Jobsuchenden attraktiver gestaltet werden (so die Argumentationslinie…). Altersgeld ist kurz gesagt ein Großteil meiner Pensionsansprüche, wie hoch die Abstriche sind ist vom Arbeigeber abhängig (Bund, Land). Jedenfalls ist das so wenig, dass sich die Entlassung lohnt!
    Was ich jetzt nicht weiß, ist, ob NRW das Altersgeld mittlerweile in das Beamtengesetz übernommen hat. Suchen diesbezüglich im Web waren nicht erfolgreich. Wenn hier jemand etwa weiß, wäre ich über eine kurze Info sehr, sehr dankbar.
    Ich hab zwar einen Kompromiss für mich gefunden mit halber Stelle in Landesdiensten und den Rest freiberuflich, aber selbst die halbe Stelle ist mittlerweile unerträglich aus den, in den Kommentaren bereits so häufig genannten Gründen. Da ich 58 Jahre alt bin, ist Entlassung keine Option. Meine einzige Hoffnung wäre ein Arzt, der mich dauerhaft krank schreibt (hab vor einigen Jahren drei Wiedereingliederungen hinter mir, d.h. bei erneuter Erkrankung wäre ich wohl dienstunfähig… wobei sich die Frage stellt, in wieweit ich da nebenher arbeiten darf… der Weg zum Rechtsanwalt ist schon gebucht, Infos Texte ich dann an dieser Stelle!). Schon bedauerlich, dass ich einen erheblichen Teil meiner Lebensenergie in die Suche nach einem gesunden Arbeitsumfeld stecken muss…
    Lieben Dank für dieses Forum, es hat mir wirklich sehr weiter geholfen!

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    1. Hallo,
      es freut mich sehr, dass dir das Forum bzw. die Diskussion hier weiterhilft!
      Zum Thema Altersgeld ist mein Stand nach wie vor, dass es das für Landesbeamte in NRW nicht gibt. Dies bestätigt eine Stellungnahme der NRW-FDP vom 09.06.2016, in der explizit darauf hingewiesen wird, dass es das Altersgeld in anderen Bundesländern gibt, und dass dies auch für NRW dringend wünschenswert sei, jedoch im aktuellen Gesetzesentwurf unberücksichtigt bleibt. (Ich stehe der FDP neutral gegenüber, das folgende Zitat dient nur der Info)

      „Andere Bundesländer haben mit einer innovativeren Reform des Dienstrechts unter Beweis gestellt, dass den Beamten in späteren Jahren auch eine Brücke in den privaten Arbeitsmarkt gebaut werden kann. Suchen beispielsweise Beamte nach einigen Jahren oder Jahrzehnten der Zugehörigkeit zum öffentlichen Dienst eine neue Herausforderung in anderen Betätigungs- feldern, so wird ihnen diese Wechselentscheidung in Nordrhein-Westfalen weiterhin denkbar schwer gemacht. Ein Austritt aus dem Beamtenverhältnis hat in der Regel den Wegfall der Pensionsansprüche bei gleichzeitiger Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversiche- rung zur Folge, was zu erheblichen finanziellen Einbußen des Beamten führen kann. In Baden- Württemberg haben wechselwillige Beamte eine Wahlmöglichkeit: Entweder sie lassen sich nachversichern oder entscheiden sich für ein sogenanntes Altersgeld, das ihre anteiligen Pen- sionsansprüche im Alter sichert. Die Erprobung eines solchen Modells wäre auch in Nordrhein- Westfalen wünschenswert, wurde im vorliegenden Gesetzesentwurf jedoch ausgespart.“

      Quelle: https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD16-12223.pdf

      –> Absatz 2: „Handlungsnotwendigkeiten“

      Ich hoffe, das hilft dir weiter, auch wenn es für dich schlechte Nachrichten sind 😦

      Viele liebe Grüße!

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      1. Danke für die rasche Antwort! Ich denke, dass da der demografische Wandel für mich arbeitet. Über kurz oder lang wird auch das Land Nachwuchsprobleme haben, dann muss auch NRW nachjustieren… :).

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  48. Vielen Dank fuer diesen schoenen Artikel! Ich habe gestern eine Email von meiner Schulberhoerde erhalten, wie es denn nun mit mir weiter gehen soll! Die 6 Jahre Beurlaubung sind bald vorbei, und ich kann nur sagen, dass ich mit ziemlicher Erleichterung die Entlassung aus dem Beamtenverhaeltnis beantragen werde! Ich lebe inzwischen in Namibia und habe den Lehrerjob nach Burn-Out und langem Hadern mehr als gerne an den Nagel gehaengt. Ein bisschen Unheimlich wirkt das alles schon, weil alle um einen rum so tun als wuerde man freiwillig der Amputation seiner Arme und Beine zustimmen, fuer mich ist es aber genau das Gegenteil! Der Ausstieg aus dem Schuldienst vor 4 1/2 Jahren (hatte hier noch eineinhalb Jahre als akkut unterbezahlte 😉 Lehrerin unterrichtet) hat mir Fluegel verliehen!

    Damals, als ich in der Schulbehoerde um Beurlaubung bzw Enlassung aus dem Beamtenverhaeltnis bat, wurde ich ausgelacht!! Das meine ich doch nicht wirklich ernst! Ich solle das noch mal gut ueberlegen. Sie haben mich mit meiner Faecherkombi auch nicht gern gehen lassen! Erst wurde mir eine Beurlaubung genehmigt, auf einmal hiess es dann: nein, das ginge nicht! Fehlinformation eines verwirrten Kollegens. Erst als ich mit Antrag auf Entlassung drohte, ging es auf einmal doch! Also, nicht abschrecken lassen, und nicht aufgeben! Sie lassen einen glaube ich wirklich ungern gehen!

    Euch allen da draussen, die ihr merkt dass ihr immer mehr abstumpft in eurem Schulalltag, dass ihr zu dem Lehrer werdet, den ihr in eurer Schulzeit gefuerchtet oder nicht gemocht habt, die ihr mit Burnout rausgeknallt seid, die ihr nicht gluecklich seid – es gibt ein (wundervolles) Leben nach der Verbeamtung, und nach der Schule! Man muss ein bisschen Mut und Phantasie haben, und nicht zu sehr darauf bauen, dass man mit 66 Jahren rundherum durch Rente abgesichert ist, und Vertrauen ins und Lust aufs Leben, und dann wird das alles schon werden!
    Ich bereue den Schritt aus der Schule KEINEN TAG IN MEINEM LEBEN, auch wenn das Leben als Selbststaendige nicht immer leicht ist!

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