Über mich

Ich, Textourette, bin Gymnasiallehrerin… GEWESEN. Genau bis Ende April 2015. Ich habe nämlich gekündigt – mit allem Drum und Dran. Nach über 7 Jahren im Job. Lebenszeitverbeamtung finito! Fühlt sich gut an! 😉

Meinen Blog „Familie trifft Schule“ gibt es seit Februar 2014. Er hat mich also über meinen Ausstiegsprozess aus dem Beruf begleitet, wie der geneigte Leser schnell erkennen wird. Somit haben sich auch die Themen im Laufe der Zeit verändert. Was als kritischer pädagogischer Kommentar zu aktuellen Schul- und Erziehungsthemen begann, ist in den letzten 1,5 Jahren zum Lehrerausstiegs-Blog geworden. Eine rege Interaktion mit anderen zweifelnden (Noch-)Lehrern hat sich in den Kommentaren entfaltet und ich bekomme gelegentlich Mails von neugierigen, besorgten oder ratlosen LeserInnen, die froh sind, mit ihren Gedanken nicht allein da zu stehen, und nach Auswegen aus dem Lehrberuf suchen. Sehr gerne antworte ich und hoffe, dass meine Wenigkeit bei der Orientierung irgendwie ein Bisschen beitragen kann.

Heute bin ich freiberuflich selbständig mit Familienunternehmens-Gedöns und Web-Gedöns und habe die Entscheidung des Ausstiegs keine Sekunde bereut. Ich arbeite nach wie vor viel (auch mit Kindern und Eltern) und trage große Verantwortung, doch die Arbeit, die ich jetzt mache, ist für mich von ihrer Intensität her überhaupt nicht mit der totalen Zermürbung des Gymnasiallehrer-Daseins vergleichbar. Ich genieße meine neue Freiheit und bekomme plötzlich überraschend hohe Wertschätzung. Rückblickend war das ein jahrelanger, surrealer Horrortrip.

Wer jetzt meint, ich sei als Lehrerin wahrscheinlich von vorne herein ungeeignet gewesen und hätte die Hälfte meines Studienrätinnen-Daseins krankgeschrieben auf Fuerteventura verbracht:

Ich hatte stets Bestnoten, kaum Fehltage, habe mich für meine Schüler krumm gelegt, anregenden und aktuellen Unterricht gemacht, mich weitergebildet, war immer für Elternfragen ansprechbar, das ganze altruistische Programm eben. Ich hasse weder Schüler noch Menschen im Allgemeinen, und bin auch kein verschüchtertes Mäuschen, das im Lehrerzimmer weint (was übrigens vollkommen OK ist!).

Ich darf mir das Eigenlob erlauben, dass Schule von Menschen wie mir am Laufen gehalten wird. Von Selbstaufgabe, Überstunden, Idealismus – der Rest ist Behörde. Meine Schüler und auch deren Eltern waren äußerst traurig als ich ging – und die meisten Kollegen vollkommen entgeistert. Klar, ich hatte ja auch für alle super funktioniert.

Mit dem Ausstieg war ich mir endlich mal selbst am nächsten.

Mein Ziel ist es, neben den vielen lustigen und unterhaltsamen Lehrerblogs, die Anekdoten und Horrostories aus dem Schulalltag beschreiben (meine Verbeugung vor Frau Freitag und anderen bloggenden Kollegen), ein pädagogisches Info- und Meinungsblog zu erstellen, das in erster Linie MIR Spaß macht und mit dem ich mentalen Hausputz betreiben kann.

Wenn dies dich unterhält oder darüber hinaus auch noch andere Dinge für dich tut: High Five!!! 😉

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